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 Verein August Macke Haus e.V. (Hg.)
Franz M. Jansen –
Zwischen Symbolismus und Sachlichkeit
Nr. 52 Schriftenreihe Verein August Macke Haus Bonn
1. Auflage 2008
144 S. mit zahlr. s/w- u. farb. Abb., 21 x 14,7 cm
ISBN 10: 3-929607-54-9
ISBN 13: 978-3-929607-54-3
EUR 16,-
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Der rheinische Maler und Grafiker Franz M. Jansen (1885 – 1958), der zu den 16 Künstlerinnen und Künstlern gehörte, die August Macke im Sommer 1913 zur „Ausstellung Rheinischer Expressionisten“ zusammenführte, war einer jener Protagonisten der avantgardistischen Kunstszene im Rheinland, die sich vor dem Ersten Weltkrieg begeistert mit den jungen internationalen Kunstströmungen auseinandersetzten und ihnen engagiert zum Durchbruch verhalfen.
Bereits während seiner Ausbildung zum Architekten bei Otto Wagner in Wien widmete sich Jansen autodidaktisch der Malerei. Zunächst überwogen Architektur- und Landschaftsskizzen sowie kleinformatige Porträts vor neutralem Grund, die in Zeichnungen vorbereitet wurden. Ab 1908 trat die Auseinandersetzung mit dem Symbolismus und dem Wiener Jugendstil in den Vordergrund. Zur sakralen Überhöhung seiner symbolhaften Bildinhalte wählte Jansen bevorzugt das Triptychon zur Anlage seiner Bildfindungen, die von einem unorthodoxen, schwelgerischen Umgang mit reinen, kontrastreichen Farben und einer arabeskenartigen Linienführung gekennzeichnet sind.
Ende 1909 kehrte Jansen in seine Heimatstadt Köln zurück, wo er sich bald als Mitinitiator des "Gereonsklubs" und der "Kölner Secession" engagiert in die Kunstszene einbrachte. Seine Teilnahme an den Sonderbund-Ausstellungen von 1911 und 1912 führte zur Auseinandersetzung mit Neoimpressionismus und Fauvismus, vor allem aber zur Beschäftigung mit van Gogh, der Jansen auf die Ausdruckskraft von Farbe und Linie verwies und seine intensive Hinterfragung im Selbstbildnis anregte. Die Natur, das Thema Ernte sowie die rheinische Landschaft wurden bevorzugte Sujets, insbesondere in der Grafik, die Jansen als adäquates Medium für seine ab 1912/1913 entstandenen zyklischen Bildfolgen entdeckte.
Der Erste Weltkrieg brachte Ernüchterung. Anstelle der enthusiastischen Einheitsbeschwörung von Mensch, Natur und industriellem Forstschritt trat nun der an der Realität entzündete sozialkritische Blick auf Not und Elend der Bevölkerung an Rhein und Ruhr in eindringlichen Holzschnitt- und Radierfolgen, die Jansen in Mappeneditionen und gesellschaftskritischen Zeitschriften veröffentlichte. Zu dieser Zeit stand er den Kölner Progressiven um Seiwert, Hoerle und Freundlich nahe und war in Kontakt mit Conrad Felixmüller, Karl Schmitt-Rottluff und Franz Masereel.
Die in veristisch karikierender Manier vorgetragene Kritik an Politik und Gesellschaft bestimmte auch seine Malerei zu Beginn der 1920er Jahre. Doch bald schon zog sich Jansen zunehmend auf die Porträt- und Landschaftsmalerei zurück und definierte sich als Maler der rheinischen Landschaft, die er im Stil der Neuen Sachlichkeit in unverwechselbaren Überschaulandschaften verstörend penibel porträtierte.
In der Zeit des Nationalsozialismus wurde Jansen mit einigen Aufträgen zur Ausmalung öffentlicher Bauten beauftragt bis auch seine frühen Werke der Beschalgnahme als "entartete" Kunst anheim fielen und er sich weit reichenden ideologischen Zugeständnissen verweigerte.
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