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 Verein August Macke Haus e.V. (Hg.)
Georg Tappert –
Frauen 1910-1933
Nr. 53 Schriftenreihe Verein August Macke Haus Bonn
1. Auflage 2008
152 S. mit zahlr. s/w- u. farb. Abb., 21 x 14,7 cm
ISBN 10: 3-929607-55-7
ISBN 13: 978-3-929607-55-0
EUR 18,-
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Inhalt
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Vorwort / Klara Drenker-Nagels, Marina von Assel
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Weibsbilder – Die Frauendarstellungen von Georg Tappert / Gesa Bartholomeyczik
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„Das Weib ist das Element“ – Zum Bild der Frau im Expressionismus / Andreas Gabelmann
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Das Bild der Frau in den Jahren von 1919-1933 / Annette Baumann
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Der Maler Georg Tappert / Theodor Däubler
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Dirne; Mutter-Madonna (für Georg Tappert) / Gerhard Ausleger
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Akt und Komposition / Georg Tappert
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Biographie Georg Tappert / Gesa Bartholomeyczik
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Anhang
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Verzeichnis der ausgestellten Werke
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Literaturverzeichnis
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Fotonachweis/Copyright
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Impressum
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Verzeichnis der Schriftenreihe des Vereins August Macke Haus e.V.
Mit seinen Bildern von Chansonetten, Nackttänzerinnen, exotischen Artistinnen, Halbweltdamen und Straßendirnen war der Maler und Grafiker Georg Tappert (1880 – 1957) einer der ersten deutschen Künstler, die die großstädtische Vergnügungswelt als Bildthema entdeckten. Bis in die dreißiger Jahre des letzten Jahrhunderts blieben sie sein zentrales Motiv in zahlreichen Varieté-, Modell- und Aktdarstellungen und sehr markanten Porträts. In seinen Frauenbildern spiegelte der Künstler in einzigartiger Weise die Emphase ihrer Auftritte, ihre Verführungskünste und Rollenspiele, ihre erotische Ausstrahlung wie ebenso ihre persönlichen Charaktere und seelischen Befindlichkeiten.
Tappert, der vor dem Ersten Weltkrieg in der Neuen Sezession Berlin erstmals die Avantgarde der Hauptstadt und die Künstler der Dresdner „Brücke“ und der „Neuen Künstlervereinigung München“ zusammenführte, gehörte zu den wichtigsten Künstlern des deutschen Expressionismus.
Nach einer akademischen Ausbildung in Karlsruhe lebte er von 1906 bis 1909 in Worpswede und lernte dort die unkonventionelle und mit der neueren französischen Kunst vertraute Malerin Paula Modersohn-Becker kennen. In seinen ersten Porträts und Milieudarstellungen verband er die modernen Anregungen mit der Berliner realistischen Tradition eines Baluschek oder Zille und mit Satirischem.
1910 kehrte Tappert nach Berlin zurück. Mit der Neuen Sezession sogleich im Zentrum des avantgardistischen Geschehens, gelangte er zum Durchbruch seiner expressionistischen Malerei. Große Form, leuchtende, flächige Farben und ein kräftiger Duktus der Konturen beherrschen nun die Bilder. Das große Gemälde der „Kreolin“, das er 1912 auf der internationalen Sonderbundausstellung in Köln zeigte, kann heute als eine Ikone der das Exotische liebenden Großstadtkultur des ausgehenden Kaiserreichs gelten. Einen weiteren Höhepunkt bilden die vitalen Aktdarstellungen der Nackttänzerin „Betty“, in denen sich die erotische Inspiration des Künstlers unmittelbar in üppige Formen und Farben übertrug.
Mit dem Einschnitt des Ersten Weltkriegs suchte Georg Tappert nach neuen Ausdrucksmöglichkeiten für eine radikal veränderte Welt und engagierte sich 1919 durch die Mitbegründung der „Novembergruppe“ und des „Arbeitsrat für Kunst“ für den Aufbau einer neuen Gesellschaftsordnung. Mit Stilmitteln des Kubismus und Futurismus spitzte er Figuren und Porträts schärfer zu. Außerdem zeigte er in vielgestaltigen Kompositionen die Welt als grotesk- turbulentes Welttheater. Mit religiösen und sinnbildlichen Motiven wie der Muttergottes oder Sappho versuchte er, in der äußeren Zerrissenheit Sehnsucht und Hoffnung aufzuzeigen.
In den 1920er und 30er Jahren erreichte Tapperts Kunst einen zweiten Höhepunkt mit groß und realistisch gesehenen Frauenporträts, Modell- und Aktdarstellungen. Abseits neusachlicher Schärfe und veristischer Sozialkritik überliefern sie einfühlsam und doch unbestechlich ein expressiv sprechendes Panorama aus den nur vermeintlich Goldenen Zwanziger Jahren. Malerisch sind diese Bilder sehr differenziert im Pinselstrich, unkonventionell im Kolorit und subtil in der Komposition.
Die Nationalsozialisten diffamierten Tapperts Bilder von Frauen am Rande der Gesellschaft als „entartet“. Er selbst erhielt Berufsverbot, versteckte seine Bilder und malte nie wieder. 1957 starb er hoch geehrt als Professor für Kunsterziehung, während sein eigenes Werk vollkommen unbekannt war. Seine Wiederentdeckung als Protagonist der deutschen Avantgarde setzte erst Jahre später ein.
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