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Axiomatische Existenzen

Über Medien, Mathematik und Soziologie des Menschen

  • Erscheinungsdatum: 24.02.2020
  • Buch
  • 160 Seiten
  • 22.2 x 14 cm
  • ISBN 9783958321748
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Beschreibung


Was passiert mit den großen Klassikern von 1900, wenn man an sie den Maßstab mathematischer, physikalischer und medientechnischer Diskurse anlegt? Die Fragen nach dem Gegenstand der Soziologie, nach sozialem Handeln, Mensch und Gesellschaft stellen sich unter diesem Blickwinkel auf neue Weise. Für Medientheoretiker/innen mag hingegen interessant sein, wie viel Marx noch in Kittlers Theorie steckt und was das alles für das Aufschreibesystem 2000 bedeutet.

Moritz Mutter arbeitet in der vorliegenden Arbeit heraus, wie sich die Axiomatik der Mathematik in gleicher Weise von der anthropologisch rückgekoppelten Anschaulichkeit löst wie die Verstehende Soziologie mit ihrer Axiomatisierung von »Handlungen«; wie bei Weber der »Mensch« als Träger all dieser Handlungen zwar noch postuliert, aber nicht mehr widerspruchsfrei konstruiert werden kann; wie Durkheim in strenger Parallele zur modernen Mathematik einen Existenzbeweis der Gesellschaft entwickelt, der mit voller Absicht die Existenz einer Form ohne jeden Inhalt beweist und von dort zum Aufbau der Soziologie als wissenschaftlicher Disziplin schreitet.

Moritz Mutter


Moritz Mutter studierte Publizistik, Kulturwissenschaften und Soziologie in Berlin und Frankfurt/Oder. Von 2013–2016 war er Wissenschaftlicher Mitarbeiter im interdisziplinären Forschungsprojekt »The Principle of Disruption« in Siegen und Dresden und promovierte dort im Jahr 2017. Seither leitet er das Projekt »Digitale Welten« des Verbundes der Öffentlichen Bibliotheken Berlins.

Pressestimmen


Bei oberflächlicher Betrachtung stellt die Frage, welche Bedeutung Medien, Mathematik und Soziologie des Menschen für die soziologische Geschichtsschreibung haben, eher ein Nonsens oder eine unbedeutende Nachfrage dar; denn ist es nicht so, dass jede wahrheitsgemäße Form von wissenschaftlicher Antwort sach- und fachimmanent ist? Und ist es nicht logisch und selbstverständlich, dass die einzelnen wissenschaftlichen Disziplinen – hier die Soziologie – in der eigenen Geschichte einen Beweis ihrer selbst sucht? Moritz Mutter will mit seiner Forschungsarbeit diese (scheinbaren) Selbstverständlichkeiten als »Scheinselbstverständlichkeit« enttarnen. Er analysiert dazu die in der Soziologiegeschichte fortgeschriebenen Systematiken und Theorien und kritisiert, dass im soziologischen Diskurs zu wenig auf »das diskursive Verhältnis der frühen Soziologie zu Störungsbegriffen« geachtet wird. Dies unternimmt der Autor, indem er sich methodische, ästhetische [...] Aspekte vornimmt.
Jos Schnurer, socialnet.de, 13.03.2020.