Die Lehre vom Saint Délire

Konversation über den Sinn von Wahn

  • 1. Auflage
  • broschiert
  • 12.2021
  • 22,2 cm x 14,0 cm
  • 200
  • ISBN 9783958322752
noch nicht erschienen
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Beschreibung


Die Theoriearbeit von Peter Fuchs spielt zumeist im Register der Höchstabstraktionen – ohne jede Scheu gegenüber dem Vorwurf, dass dieses Spiel zwar virtuos sei, aber jeder Bodenhaftung entbehre. Aber gerade diese ›Bodenhaftung‹ ist es ja, die in der Moderne der Gesellschaft annihiliert wird. Es findet sich nichts mehr, was nicht ins Licht anderer Möglichkeiten gerückt werden könnte. Das Medium ›Sinn‹ ist diabolisch geworden – im genauen Verständnis dieses Wortes: ein Durcheinanderwerfen aller Gültigkeiten. Ein Befund dieser Art führt zwangsläufig in die Diskussion der Form von Sinn, Unsinn, Nicht-Sinn. Im Zentrum von Fuchs’ letzten Arbeiten steht in diesem Zusammenhang die (paradoxe) Frage nach einer ›Phänomenologie des Nicht-Sinns‹. Die Chance zum Ausloten möglicher Antworten bot sich aber nicht theoretisch an, sie stieß ihm, Peter Fuchs, zu – als neun Monate währendes ›postoperatives Delir‹. Fünf davon war er bewusstlos, vier verbrachte er in einem Pflegeheim, geschüttelt von Halluzinationen. Jede empirische Belastbarkeit der Realität von Sinn ist während dieser zweiten Phase getilgt worden. Das Gespräch mit Markus Heidingsfelder ist der Versuch, das perplexe Erleben des Wahns zu verarbeiten – in jedem Sinne dieses Wortes.

Peter Fuchs


Peter Fuchs war von 1992 bis 2007 Professor für Allgemeine Soziologie und für Soziologie der Behinderung an der Hochschule Neubrandenburg. Unter anderem bei Velbrück Wissenschaft erschienen: Das Gehirn ist genauso doof wie die Milz (mit Markus Heidingsfelder, 2005); Das System SELBST. Eine Studie zur Frage: Wer liebt wen, wenn jemand sagt: »Ich liebe Dich!«? (2010); Der Papst und der Fuchs. Eine fabelhaft unaufgeregte Unterhaltung (2012); DAS Sinnsystem (2015); Der Fuß des Leuchtturms liegt im Dunkeln (2015); Systemerien. Tagweise (2018).

Markus Heidingsfelder


Markus Heidingsfelder
© Privatbesitz

Markus Heidingsfelder ist seit September 2021 Associate Professor im Media & Communication Studies Program des United International College in Zhuhai (China). Lehraufträge an der DJS München, LMU München, der HCU Hamburg und der FU Berlin. Von 2013–2018 war er am Aufbau der ersten Liberal Arts-Universität Pakistans (Habib University) beteiligt, von 2019 bis 2021 lehrte er Medientheorie am ersten Übersee-Campus einer chinesischen Universität (Xiamen University Malaysia).

Bei Velbrück Wissenschaft erschienen u.a.: Die Umschrift. Grenzgänge der Systemtheorie (mit Maren Lehmann und Olaf Maaß, 2015); Corona. Weltgesellschaft im Ausnahmezustand? (mit Maren Lehmann, 2020).