Magazin 02/2004

Vertragsdenken und Utopie

nach dem Zusammenbruch des Realsozialismus

Heute wird, besonders in den neuen Bundesländern, viel vom Erneuerungsprozeß gesprochen, der sich in Staat und Gesellschaft Bahn brechen müsse. Eine Erneuerung aber, so scheint mir, ist nicht möglich, wenn unklar bleibt, warum die marxistisch-leninistischen Herrschaftssysteme scheiterten und warum zur gleichen Zeit der Verfassungstypus »westliche Demokratie«, zumindest in Europa, einen scheinbar unaufhaltsamen Siegeszug angetreten hat. Gewiß, diese Entwicklung wurde durch ein komplexes Geflecht innen- und außenpolitischer Faktoren mitbewirkt, die hier nicht weiter diskutiert werden können. Doch darüber hinaus gibt es auch Erklärungsmuster, die in einem bestimmten politischen Denken verankert sind. Die große Herausforderung der politischen Ideengeschichte sehe ich darin, die Begründungszusammenhänge seiner jeweiligen zentralen Kategorien in ihrem historischen Kontext bis zur Gegenwart freizulegen.
Ausgehend von meinen ideengeschichtlichen Forschungen möchte ich die These aufstellen, daß es seit der frühen Neuzeit einen vertragstheoretischen und einen utopischen Weg in die Moderne gab, die jeweils spezifische Denkformen und Gesellschaftstheorien hervorgebracht haben. Zum vollständigen Artikel (pdf)


Aus: Michael Fehr, Jörn Rüsen
Die Unruhe der Kultur - Potentiale des Utopischen

  • 29,00 € *

ISBN 9783934730779