Coolness interdisziplinär

Zur Theorie einer modernen Lebensform

  • Sprache des Textes: Deutsch
  • broschiert
  • 22,2 cm x 14,0 cm
  • ca. 270 Seiten
  • erscheint: Oktober 2026
  • 1. Auflage 2026
  • ISBN 978-3-7758-1442-3
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Beschreibung


Was verbindet Björn Borg, James Bond, die Comicfigur Snoopy und Miles Davis? Sie alle verkörpern auf je eigene Weise das, was gemeinhin als »cool« gilt. Kaum ein Begriff ist im Alltagswortschatz so präsent wie »cool«, und kaum ein kulturelles Phänomen besitzt eine vergleichbare Selbstverständlichkeit im modernen Leben. Gerade diese Omnipräsenz steht jedoch in einem auffälligen Gegensatz zur bislang nur unzureichenden theoretischen Erfassung der »Coolness«. Diese vorzulegen, ist das Ziel dieses Buchs.

Lutz Meier entwickelt erstmals eine systematische Theorie der Coolness als einer modernen Lebensform. Ausgangspunkt ist eine begriffliche Bestimmung des Phänomens, die in eine umfassende Matrix unterschiedlicher Formen der Coolness mündet. Diese orientiert sich sowohl am aktuellen Forschungsstand als auch an einer kulturgeschichtlichen Rekonstruktion der Moderne sowie an den grundlegenden Strukturprinzipien des Phänomens.

Auf die phänomenologische Analyse folgt eine theoretische Rekonstruktion von Coolness als spezifischem »Gestimmtsein« in der Tradition der Stimmungstheorie Karl-Otto Bollnows. Von dort aus wird Coolness in der soziologischen Denktradition verortet. Die zentrale These lautet, dass insbesondere die Distanzcoolness seit den klassischen Anfängen der Soziologie als Ausdruck einer spezifisch modernen Form der Welt- und Selbstbeziehung verstanden werden kann.

Im weiteren Verlauf werden die sozialen Erscheinungsformen und Lebensweisen der Coolness untersucht. Den empirischen Abschluss bildet eine ethnografische Studie im urbanen Raum, die die theoretischen Überlegungen exemplarisch veranschaulicht und ihre lebensweltliche Relevanz aufzeigt.

Methodisch verfolgt die Arbeit das Ziel, Coolness als eigenständigen interdisziplinären Forschungsgegenstand zu etablieren und als ästhetische, soziale und kulturelle Lebensform der Moderne systematisch zu beschreiben. Damit leistet sie einen Beitrag zu einer Theorie der Moderne, in der Coolness nicht lediglich als Stil oder Attitüde erscheint, sondern als charakteristische Weise, sich selbst, anderen und der Welt zu begegnen.

Lutz Meier


Lutz Meier studierte Literaturwissenschaft, Soziologie und Geschichte an der Universität Bielefeld. Seit 2012 veröffentlicht er kulturwissenschaftliche Texte und Bücher sowie Aphorismen und Kurzprosa. Er hat außerdem zwei Romane und eine satirische Novelle verfasst. Täglich publiziert er in seinem Blog www.gedankenmeier.com Gedanken zum Zeitgeschehen.