Die Rhetorik der Digitalisierung

  • erscheint: November 2026
  • 1. Auflage 2026
  • ca. 235 Seiten
  • Sprache des Textes: Deutsch
  • broschiert
  • 22,2 cm x 14,0 cm
  • ISBN 978-3-7758-1443-0
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Beschreibung


Ein selbstbestimmter Umgang mit der Digitalisierung erfordert – zumal im Zeitalter der künstlichen Intelligenz – eine neue Lesekompetenz: »Digital Literacy«. Deren Konturen beschreibt das vorliegende Buch von Stephanie Bretz. Ihr kulturpoetischer Zugang legt die Rhetorik der Digitalisierung frei.

Digitalisierung wird im wahrsten Sinne des Wortes lesbar: So ergibt sich ein zeichen-, sprach- und letztlich texttheoretischer Ansatz, der Kultur als maßgebliche Analysekategorie der Digitalisierung erkennt – und damit die Fixierung auf die digitale Technik durchbricht. Die Studie entwickelt ein dynamisches Analysemodell für digitale Artefakte (Memes, Tokens, KI etc.), das erlaubt, anhand von wiederkehrenden Textfiguren (Aneignung, Kalkulation, Tautologie 2.0, Verifikation, Welle) das Fließen kultureller Energie zu erkennen und zu verstehen.

Deutlich wird: Der digitalen Kultur geht es um das Ermöglichen, Erzeugen und Aufrechterhalten von Wahrheit und Wirklichkeit. Die generative Kraft von Large Language Models (größtmögliche Wahrscheinlichkeiten auf einen bestimmten Zweck hin echt erscheinen lassen) etwa ist mit der von alternativen Fakten vergleichbar. Eine vermeintlich sachliche Dekonstruktion – im Zwischenmenschlichen und im Technischen – kann dies nicht erfassen und muss scheitern. Der kulturpoetische Zugang ist dagegen in der Lage, dem gemeinschaftsstiftenden Verständnis von Wahrheit und Wirklichkeit auf den Grund zu gehen. So ergibt sich eine besondere Digitalisierungskompetenz, die über die Anwendung von Technik hinausgeht.

Das ist ermächtigend und ermutigend: Bedeutungsleere, algorithmische Beeinflussung und exorbitanten Ressourcenverbrauch muss man nicht hinnehmen, wenn man ihre Entstehungsbedingungen erklären kann. Menschen sind nicht den Maschinen ausgeliefert und schon gar nicht der KI. Denn Kultur ist kein Code: Sie entsteht durch menschliches Sprechen und Handeln, eben nicht durch regelbasierte Steuerung. Daraus ergeben sich vielfältige Transfermöglichkeiten für Theorie (digitale Transformation) und Praxis (Wirtschaft, Politik, Bildung).

Stephanie Bretz


Stephanie Bretz ist Kulturpoetin, IT-Projektleiterin und erfahrene Unternehmerin in der digitalen Wirtschaft (Stationen in E-Commerce, digitale Werbung, Content-Vermarktung, Implementierung von Geschäftsmodellen, Beratung). Ihre Forschung speist sich aus dem Praxistransfer, und ihre praktischen Kompetenzen speisen sich aus ihrer Forschung. Sie setzt sich außerdem für weibliches Unternehmertum und die Wertschätzung der Geisteswissenschaft in der Tech-Branche ein. Stephanie Bretz ist Co-Autorin des Manifests für digitale Kultur (https://masterplan.academy/manifest-fuer-digitale-kultur/) und Co-Autorin für »Das große Handbuch Digitale Transformation« (2022).