Relationen

Eine postphänomenologische Soziologie der Körper, Technologien und Wirklichkeiten

  • 22,2 cm x 14,0 cm
  • Sprache des Textes: Deutsch
  • 352 Seiten
  • 1. Auflage 2022
  • broschiert
  • 12.08.2022
  • ISBN 978-3-95832-312-4
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Beschreibung


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Wie beeinflussen Technologien die Erfahrung? Welche Auswirkungen hat die Vielfalt technischer Hilfsmittel auf die Möglichkeit, individuelle Weltzugänge miteinander zu verbinden? Und wie wird Wirklichkeit gesellschaftlich konstruiert, wenn Geräte, Systeme, Roboter und Ähnliches im Spiel sind?

Alexander Schmidl beantwortet diese Fragen ausgehend von der Postphänomenologie Don Ihdes, die er mit der phänomenologischen Soziologie und der Wissenssoziologie verknüpft. Damit wird das von Ihde und seinen Schülern in den Fokus gerückte Konzept der Relationen der Technik zum Körper sozialtheoretisch erweitert und methodologisch verankert. Drei qualitativ-empirische Fallstudien – zum Umgang mit Assistenzsystemen in Automobilen, mit Therapiegeräten bei Diabeteserkrankungen und mit sozialen Robotern – vertiefen die Erkenntnisse. Am Ende steht die Einsicht, dass Common Sense nicht mehr im Vertrauen darauf entsteht, dass andere die Welt gleich erleben, sondern nur in gelungenen Abstimmungsprozessen und Verhältnisbestimmungen.

Alexander Schmidl


Alexander Schmidl
© privat

Alexander Schmidl habilitierte mit dem vorliegenden Buch 2021 an der Philosophischen Fakultät der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg. Zuvor studierte er Soziologie an der Universität Salzburg und promovierte dort 2014 über Online-Rollenspiele aus der Sicht der hermeneutischen Wissenssoziologie. Zu seinen Forschungsfeldern zählen neben der Technik-, Körper- und Wissenssoziologie die Visualität des Sozialen, die Medienkultur und damit verbundene Fragen für die interpretative Sozialforschung.

Pressestimmen


Als besonders gelungen empfinde ich persönlich Kapitel 3 zur Methodologie, das nicht nur eine Brücke zwischen Theorie und empirischer Forschung schlägt, sondern auch greifbarer geschrieben ist als andere Teile des Buches. Leser*innen erhalten konkrete Ideen und Heuristiken, um vielfältige Relationen zwischen Mensch und Technik zu untersuchen. Insgesamt sind die dargelegten methodischen Überlegungen und theoretischen Konzepte äußerst anregend und machen Lust, postphänomenologisch zu forschen. Die Verknüpfung der drei Analyseebenen scheint der Komplexität moderner Weltzugänge angemessen zu begegnen. Damit gelingt es Schmidl einen innovativen Beitrag zur Untersuchung von Technologien zu leisten.
Tamara Schwertel, ZQF 26. Jg., Heft 2/2025
Je nach Grad der posthumanistischen Favorisierung egalitär-hybrider Ontologien bleibt hier vielleicht am Ende auch gerade eine produktive Frage offen: Wie sind Beschreibungen stetiger Annäherungen und Verwebungen zwischen Mensch, Technik und Welt zukünftig möglich, ohne deren phänomenale Differenzen zulasten einer analytischen Präzision in einer ontologischen Blackbox untergehen zu lassen? Hierzu hält die Arbeit von Alexander Schmidl wertvolle Impulse bereit.
Carsten Ohlrogge, Soziologische Revue 2026