Alles Recht geht vom Volksgeist aus

Friedrich Carl von Savigny und die moderne Rechtswissenschaft

  • Erscheinungsdatum: 15.10.2018
  • Buch
  • 180 Seiten
  • 21.5 x 14 cm
  • ISBN 9783947373215
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Beschreibung


Friedrich Carl von Savigny gilt als der bedeutendste deutsche Rechtsgelehrte. Die adlige Herkunft ermöglichte ihm den Zugang zu den höchsten Staatsämtern, sein feinsinniger Intellekt brachte ihn in enge Verbindung zu den maßgeblichen Dichtern der Zeit. Seine Lehre vom Volksgeist als dem Ursprung allen Rechts verband diese beiden Welten: Aus dem Gedankengut der Romantik entwarf er ein Programm, mit dem das alte Naturrecht überwunden und der Weg für eine neue Rechtsordnung gebahnt werden sollte.
Aber so revolutionär seine Wissenschaft auch war, politisch stand er den Fortschritten seiner Zeit ablehnend gegenüber. Beides wirkt bis heute nach: Savignys wissenschaftliches Selbstverständnis prägt die Rechtslehre noch genauso wie seine Skepsis gegenüber politischen Veränderungen. Dieser Spannung zwischen Aufbruch und Stagnation in Leben, Werk und Nachwirken Savignys geht der Essay nach.

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Benjamin Lahusen


Benjamin Lahusen
© Mirko Krenzel für VolkswagenStiftung
Benjamin Lahusen ist seit 2015 wissenschaftlicher Mitarbeiter an der juristischen Fakultät der Humboldt-Universität zu Berlin. Er hat in Tübingen, Lausanne, Berlin (HU) und New York (Columbia) Rechtswissenschaft studiert, war nach dem ersten Staatsexamen drei Jahre Doktorand am Max-Planck-Institut für europäische Rechtsgeschichte in Frankfurt am Main, wurde am Berliner Kammergericht zum Volljuristen ausgebildet und hat danach fünf Jahre lang als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Rostock gearbeitet.

Pressestimmen


Warum studiert man in Deutschland nicht das Recht, sondern die Rechtswissenschaft? Womöglich gar im Plural? Das hat natürlich mit Friedrich Carl von Savigny zu tun. Und darum ist es nur folgerichtig, dass Benjamin Lahusen den so nachhaltig wirkenden Rechtsgelehrten in seinem elegant geschriebenen Savigny-Porträt als Chiffre für die ganze moderne Rechtswissenschaft verwendet. "Savignys Name erinnert daran, dass das Recht und seine Gesellschaft in einem beständigen Spannungsverhältnis stehen, dass Lebenswelt und Lebensregeln immer wieder aufs Neue miteinander auszusöhnen sind", resümiert der an der Universität Rostock tätige Rechtshistoriker Lahusen, nachdem er seine Leser in fünf kunstvoll verflochtenen und schön zu lesenden Kapiteln an Leben, Werk und Wirkung des Begründers der ›historischen Schule‹ erinnert hat.
Alexandra Kemmerer, FAZ, 09.02.2013.
Es gelingt ihm [dem Autor], auf dem begrenzten Raum von 150 Seiten ein Porträt zu entwerfen, das Savigny weder aus heutiger Perspektive belehrt noch ihn gar als Retter aus gegenwärtiger Normenflut und Multinormativität anpreist. Gerade die weiterführenden Reflexionen in die moderne Rechtswelt, die mit Spannung und Vergnügen lesbar sind, machen den Reiz dieser knappen Biografie aus. Den Nichtjuristen sei versichert: Weder der historische Stoff noch Lahusens Sprache sind von der den Juristen nachgesagten Sprödigkeit. Es geht vielmehr um ein bedeutendes und lebendiges Stück deutscher und internationaler Geistesgeschichte.
Michael Stolleis, Süddeutsche Zeitung, 19.02.2013.