Anna Hess. Briefe einer jüdischen Hamburgerin an ihre Tochter in Buenos Aires von 1937 bis 1943

  • herausgegeben von Madelaine Linden
  • Erscheinungsdatum: 20.11.2017
  • Buch
  • 280 Seiten
  • ISBN 9783943941937
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Beschreibung


»Ich gehe ohne Illusionen, aber mit festem Willen.« Voller Mutterliebe, Lebensmut und mit hanseatischer Haltung berichten die Briefe der Anna Hess aus der Zeit von 1937 bis 1943. Die bejahrte Dame schildert in regelmäßigen Briefen an ihre nach Buenos Aires emigrierte Tochter nicht nur ihre eigene Lage. Sie greift immer auch auf, was ihre Tochter ihr aus Buenos Aires zu berichten hatte. So wird ein authentisches Bild des Lebens in Hamburg sowie in der Immigration nachgezeichnet.
Anna Hess »Und brauchst Du Dir, mein Liebling, keine Sorgen zu machen, daß ich bei meinem hohen Alter noch fortgeschickt werde. Nur glaube ich nicht, daß ich hier allein in meinem gemütlichen Zimmer mein Leben beschließe und gewöhne ich mich an den Gedanken, daß ich über kurz oder lang in ein Altersheim komme.« Anna Hess wurde im Juni 1943 im Alter von 88 Jahren nach Theresienstadt deportiert und starb drei Monate nach ihrer Ankunft.
Die Herausgeberin Madelaine Linden ist die Urenkelin von Anna Hess.

Auch als E-Book auf allen gängigen Plattformen verfügbar.

23.10.2019: Madelaine Linden und die Schauspielerin Dorothea Baltzer lesen im Heine-Haus Hamburg:

Anna Hess - HamburgLesen2018

Lesungstermine in 2019:

01.02.2019, Stuttgart: SMHT in Stuttgart-Hohenheim, Filderhauptstraße 142, 19:30 Uhr

24.03.2019, Celle: Synagoge der Stadt Celle, Im Kreise 23-24, 17:00 Uhr

19.06.2019, Hamburg, Kirche St. Nikolai, Harvestehuder Weg 118, 20:00 Uhr

23.10.2019, Hamburg: Heine Haus, Elbchaussee 31, Uhrzeit folgt

 

 

Madelaine Linden


Madelaine Linden

Madelaine Linden ist die Urenkelin von Anna Hess. Sie wurde 1954 in Montevideo, Uruguay geboren und lebte in Buenos Aires, Lausanne, Genf, Brüssel, New York, Hamburg und Stuttgart. Seit 1989 ist sie freischaffende Künstlerin mit Ausstellungen im In- und Ausland (www.mlinden.com). Seit 1988, als Linden auf den Spuren ihrer Familie nach Hamburg zog, hat sie in Zusammenarbeit mit ihrem Vater Egbert Meyer die meist in Sütterlin geschriebenen Briefe transkribiert. Er sprach sie auf Kassette und schickte regelmäßig Päckchen aus Lausanne nach Hamburg. Linden tippte und recherchierte Namen und Adressen. Ein sehr schmerzhafter Prozess für beide, da die Schuld, die geliebte Großmutter nicht mit auf die Flucht genommen zu haben, zum Trauma der Familie wurde. Die Briefe waren alles, was ihnen blieb und wurden wie ein Schatz bewahrt, mit dem innigen Wunsch, sie eines Tages zu veröffentlichen, um dieser außergewöhnlichen Dame ein Denkmal zu setzen. Der Vater hat die Veröffentlichung leider nicht mehr erlebt.

Pressestimmen


Die Briefsammlung gibt ein eindrucksvolles und erschreckendes Bild vom Leben jüdischer Menschen während der Nazidiktatur. Sie ist ein äußerst wichtiges und auch aktuelles Zeitzeugnis, in dem der schleichende Prozess der Ausgrenzung fast fühlbar wird sowie das beschwerliche Leben von Menschen, die sich auf der Flucht befinden.
Bärbel Gerdes, aviva-berlin.de, 09.05.2018.
Ein seltenes Zeitzeugnis.
Ralf Recklies, Stuttgarter Zeitung, 09.03.2018..
Ein Schatz, der nicht in die Klauen des NS-Regimes kam und somit völlig erhalten blieb. Linden hatte die Briefe, die in Sütterlinschrift gehalten waren, abgeschrieben und mit eigenen Kommentaren versehen. Sie dokumentieren das Leben von Anna Hess in der Zeit von 1937 bis 1943, als sie schon über 80 Jahre alt war.
Winkler, Plieningen & Birkach Journal, Nr. 7, 15.02.19.
Wie in einem Brennglas verdeutlichen diese Zeugnisse das Schicksal vieler älterer Menschen, denen seinerzeit die Flucht aus Nazideutschland nicht möglich war.
Reinald Hanke, Cellesche Zeitung, 26.03.2019.