Der Sinn im Nein und die Gabe des Gesprächs

Psychoanalytisches Verstehen zwischen Philosophie und Klinik

  • Erscheinungsdatum: 01.10.2013
  • Hardcover
  • 392 Seiten
  • Fadenheftung
  • 22.2 x 14 cm
  • ISBN 9783942393751
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Beschreibung


Die Psychoanalyse ist eine negative Theorie des Subjektes; sie beschreibt, was das Subjekt hindert, sich selbst zu erkennen und mit sich einig zu sein. Die Psychoanalyse schlägt nicht vor, wie die Person, die in die Analyse kommt, letztendlich zu sein habe. Sie befasst sich mit den Behinderungen von Subjektivität, nicht mit deren positiven Ausformungen. Sie hört schließlich auch dort ein Nein, einen Widerstand oder einen Widerspruch, wo alle subjektiven Lebensäußerungen stillgestellt zu sein scheinen.
Aber sie ist auch interessiert an allen drei klassischen Aspekten der Negativität, die Leibnitz als den Mangel, das Leiden und das Böse bezeichnet hat. Sie untersucht das Negative auf seine zerstörerische Kraft hin, aber auch auf sein Entwicklungspotential. Daher sind philosophische Konzeptionen der Negativität für die psychoanalytische Theoriebildung aund die theoretische Fundierung ihrer Praxis besonders wichtig geworden.

Joachim Küchenhoff


Joachim Küchenhoff
Joachim Küchenhoff ist Professor für Psychiatrie und Psychotherapie an der Universität Basel, Vorsitzender des Aufsichtsrates der Internationalen Psychoanalytischen Universität Berlin sowie ärztlicher Direktor der Psychiatrie Basel-Land. Er arbeitet als Psychoanalytiker und ist Facharzt für Psychiatrie sowie für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie. Bei Velbrück Wissenschaft hat er veröffentlicht Die Achtung vor dem Anderen. Psychoanalyse und Kulturwissenschaften im Dialog (2005); Der Sinn im Nein und die Gabe des Gesprächs. Psychoanalytisches Verstehen zwischen Philosophie und Klinik (2013).

Pressestimmen


Mit Buch und Titel geht es wie mit den Korfschen Witzen, ›die erst viele Stunden später wirken‹. Man liest, leicht, weil der Autor klar, schön und verständlich schreibt, und bleibt fern jeder ›Langeweile‹, angeregt vielmehr durch Verweise auf Bilder und Bücher, berührt von den Vignetten aus dem klinischen Alltag in den Randzonen der Psychoanalyse, wo es um Depressionen, Anorexien, Psychosen, Hypochondrien, Somatosen in ihren schwersten und unterschiedlichsten Ausprägungsformen geht; man legt das Buch zur Seite, denkt ein bisschen nach, wendet sich anderem zu. ›Doch als hätt ein Zunder still geglommen, wird man‹, nicht unbedingt ›selig lächelnd‹, aber doch sehr verwundert ›nachts im Bette plötzlich munter‹, getroffen von einer neuen Sicht der Dinge, einem unvermuteten Gedanken, einer erstaunlichen Kombinatorik, mit der Gegensätzliches, Disparates, Widersprüchliches, Befremdliches, Allzubekanntes zusammengestellt werden.
Erika Kittler, Freiburger literaturpsychologische Gespräche. Jahrbuch für Literatur und Psychoanalyse Bd. 35 (2016).