Legitimation qua Adoption

Eine Inklusionsmaßnahme bei Paulus

  • Erscheinungsdatum: 10.07.2018
  • Buch
  • 328 Seiten
  • 22.2 x 14 cm
  • Klebebindung
  • ISBN 9783958321533
lieferbar innerhalb von 2 Werktagen
Auf den Merkzettel

Beschreibung


Die Güte des rechtfertigenden und erlösenden Gottes erfährt allein, wer an Jesus Christus glaubt. Die bloße äußerliche Befolgung religiöser Gesetze soll dafür nicht ausreichen. Dieses Element der Reformationstheologie Martin Luthers, das er im Römerbrief des Apostels Paulus bestätigt sieht, ist nicht unumstritten geblieben – insbesondere ist nach der Shoa Luthers Auffassung auf ihren antijudaistischen Gehalt befragt worden.
Kritisch mit der paulinischen Rechtfertigungslehre in der Deutung Luthers hat sich die aus dem englischsprachigen Raum stammende New Perspective on Paul auseinandergesetzt. Doch wie die Autorin zeigt, verbleiben auch die Protagonisten der Neuen besonders in Bezug auf den Terminus des Glaubens in der alten Perspektive. Gemäß den antiken Quellen erwirkt der Glaube allein jedoch keine Zuordnung zum Volk Gottes.
Die vorliegende Studie erörtert, dass Paulus auf einen in der Antike selbstverständlichen Begriff zurückgreift, um die Inklusion der nichtjüdischen Christusglaubenden zu verdeutlichen: die Adoption. Anhand der Darstellung und Auslegung von Adoptionsurkunden und anderen Quellen weist die Autorin nach, dass nicht nur der Glaube, sondern auch und gerade die Adoption allen Christusglaubenden die Teilhabe an der Verheißung Gottes eröffnet.

Annika Krahn


Annika Krahn ist Theologin und Lektorin für Neues Testament und Religionspädagogik an der Universität Köln. Sie studierte evangelische Theologie, Germanistik und Anglistik in Köln, Bonn, Amsterdam und Oxford.