Vom Krieg erzählen

Band 2: Konflikte

  • 1. Auflage 2026
  • 22,2 cm x 14,0 cm
  • ca. 530 Seiten
  • broschiert
  • Sprache des Textes: Deutsch
  • Erscheinungstermin: November 2026
  • ISBN 978-3-95832-467-1
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Beschreibung


Krieg und Erzählung: Der Gegenstand des vorliegenden Buches steht im größeren Zusammenhang eines dreiteiligen Werkes, das ein Phänomen entschlüsselt, welches alle Aufmerksamkeit verdient. Lag der Schwerpunkt des ersten Teils noch in den Anfängen des Krieges, so treten im zweiten Band die Konflikte der Gegenwart in den Mittelpunkt. Das Ziel liegt allerdings nicht einer rein chronologischen Darstellung, die die Gestalt des Krieges in ihrem Wandel und ihrer Kontinuität aufzeigt. Es gilt vielmehr nach den Bedingungen der Möglichkeit zu fragen, heute vom Krieg zu erzählen, ohne sich bereits zuvor an kategoriale Bestimmungen zu binden.

Das Buch präzisiert besagte Kategorien im Zuge der Darstellung: im Rahmen einer fundamentalanthropologischen Position, die mal mehr, mal weniger im Hintergrund steht. Mit dem Krieg sind Erfahrungen der Gewalt, die Möglichkeit des Bösen, Perspektiven der Macht und die Wirklichkeit des Leidens verbunden. Christian Wevelsiep macht deutlich, dass zwischen diesen Kategorien es die Figur der Feindschaft ist, die die Gewalt vorantreibt und das Denken und Handeln besetzt.

Zwei Kriege stehen im Zentrum der Aufmerksamkeit der Weltöffentlichkeit der 2020er Jahre: der Krieg Russlands gegen die Ukraine seit 2022 sowie der Krieg um die Region Gaza, der sich gleichsam über ein halbes Jahrhundert erstreckt. Beide Kriege haben einen Überschuss an Bedeutung und sie werden Anlass für politische Konflikte bleiben, auch wenn die Waffen gestreckt werden. Die Entscheidung, diese beiden schwer vergleichbaren Kriegsszenen in die Überlegungen einzubinden, ist im Zusammenhang des Titels der Erzählung zu sehen. Denn wir sind weit entfernt davon, die Gewalt einzuhegen oder zumindest die Mauern der Feindschaft zu durchbrechen. Aber es besteht die Möglichkeit, sich dieser Gewalt über die Methode des Erzählens zu nähern.

Erzählungen vom Krieg sind hier im weitesten Sinne zu verstehen: Sie stellen lebensdienliche Instrumente dar, um sich über die Stellung im Ganzen in der Gewaltgeschichte zu verständigen.

Christian Wevelsiep


Christian Wevelsiep
Christian Wevelsiep ist Dozent und Autor. Arbeitsschwerpunkte liegen im Bereich der Politischen Philosophie und der Politischen Ethik. Bei Velbrück Wissenschaft erschienen: Vom Krieg erzählen. Band I: Anfänge und Entwicklungen (2026).