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Naturrecht und Sozialistische Gesetzlichkeit

Begründungsstrategien und Reflexionstheorien im Recht der Nachkriegszeit (1945–1958)

  • Erschienen:17.04.2023
  • Hardcover
  • 1. Auflage 2023
  • 228 Seiten
  • 22,2 cm x 14,0 cm
  • Sprache des Textes: Deutsch
  • ISBN 978-3-95832-337-7
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Beschreibung


In den zwei Jahrzehnten nach dem Zweiten Weltkrieg wird es in Deutschland erneut üblich, weltliches Recht mit Hilfe übergesetzlicher Argumente zu legitimieren. Die Rechtsgeschichte hat dies unter dem Stichwort der Naturrechtsrenaissance aufgearbeitet, sich dabei allerdings auf die Rechtsphilosophie beschränkt. Eine Auseinandersetzung mit der Rechtsprechung wurde bis heute nicht geleistet. Die Situation in der SBZ/DDR hat man sogar gänzlich ignoriert.

Ausgehend von diesen beiden Beobachtungen zeichnet Maximilian Wagner die Anfänge von Rechtstheorie wie -praxis im besetzten Deutschland nach. Anhand ausgewählter Judikatur und juridischer Veröffentlichungen dekonstruiert er die vermeintliche Wiedergeburt des Naturrechts in Westdeutschland und rekonstruiert ihr ostdeutsches Pendant. Deutlich wird: Im Westen Deutschlands führte der Rückgriff auf transzendente Begründungsmuster zu einer sukzessiven Verrechtlichung der Politik, im Osten wurde die Politisierung des Rechts begleitet vom Einbau überpositiver Leerformeln in die juristische Dogmatik.

Maximilian Wagner


Maximilian Wagner
© Robert Recker

Maximilian Wagner ist Rechtsanwalt in Berlin. Er studierte Rechtswissenschaft in Mainz, Berlin und Istanbul und wurde 2021 an der Humboldt-Universität zu Berlin promoviert.