Kritik der sozialpädagogischen Vernunft

Feldtheoretische Studien

  • Erscheinungsdatum: 10.07.2008
  • Hardcover
  • 320 Seiten
  • 22.2 x 14 cm
  • ISBN 9783938808436
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Beschreibung


Die Kritik der sozialpädagogischen Vernunft fragt nach der Möglichkeit einer Theorie der Sozialpädagogik und interessiert sich dabei vor allem für die epistemologischen und methodologischen Voraussetzungen, unter denen das Sozialpädagogische als ein Datum der Erfahrung gelesen werden kann. Die nur scheinbar paradoxe Antwort, die sie auf diese Frage findet, lautet: Eine Theorie der Sozialpädagogik kann nur als eine nicht-sozialpädagogische Theorie formuliert werden.
Das Buch beteiligt sich sowohl an der wissenschaftstheoretischen Diskussion der Sozialpädagogik als auch an der interdisziplinären Auseinandersetzung um Fragen der Theoriekonstruktion in den Sozial- und Kulturwissenschaften überhaupt. Die Kritik der sozialpädagogischen Vernunft, zielt auf eine Theorie, die etwas als etwas beschreiben kann, ohne dieses Etwas als etwas immer schon Bestimmtes voraussetzen zu müssen. Sie stellt sich damit der Herausforderung, ein Objektivierungsverfahren zu entwickeln und zu erproben, das die in einer Theorie vom Objekt verborgene Theorie der Erkenntnis des Objekts nicht länger im Unbedachten belässt, sondern den unumgänglichen Selbsteinschluss einer Theorie in das von ihr Beschriebene als ein produktives Moment im Forschungsprozess zu verankern vermag. In den Blickpunkt rückt dabei ein theoretisch informierter Modus der Beobachtung, der seine postontologische Lektion bereits gelernt hat und gerade unter Verzicht auf Vorstellungen von der je besonderen Bestimmtheit seines Objekts objekttheoretische Aussagen anstrebt: Pierre Bourdieus Theorie der Felder.

Sascha Neumann


Sascha Neumann

Sascha Neumann, geb. 1975, promovierte 2007 als Stipendiat des Evangelischen Studienwerkes mit dieser Arbeit im Fach Pädagogik an der Universität Trier. Danach war er als Lehrbeauftragter an der Universität Trier sowie im Hochschulmanagement an der Universität des Saarlandes tätig. Aktuell ist er Assoziierter Professor an der Universität Freiburg. Mit Christina Köpp hat das Buch Sozialpädagogische Qualität veröffentlicht (2003). Seine Schwerpunkte in Forschung und Lehre sind: Theorie und Geschichte der Sozialpädagogik, Qualitäts- und Evaluationsforschung im Erziehungs- und Bildungswesen, sozialwissenschaftliche Feldtheorien sowie sozialpädagogische Bildungsforschung.

Pressestimmen


Neumanns Überlegungen machen auf methodologische Blindstellen in der theorie-systematischen Debatte der Sozialpädagogik und Sozialen Arbeit aufmerksam. Das ist ein wirklich großes Verdienst des Autors und keine geringe Hürde, die er damit aufgelegt hat. Diese wird es (...)in den nächsten Jahren zu überspringen gelten
Zeitschrift für Sozialpädagogik, 8. Jg. (2010) Heft 4, Fabian Kessl.
Dies ist ein ebenso anregendes, zu Teilen wichtiges, zwischendurch gänzlich unbescheidenes, wie auch provozierendes und zum Schluss den Leser und die Leserin ratlos zurücklassendes Buch.
EWR 9 (2010), Nr. 2, Christian Lüders.
Dem Verfasser ist insgesamt gesehen eine hochrespektable weil sehr kompetente und interessante Darstellung eines bislang noch zu wenig beachteten Aspekts der Theoriedebatte gelungen - der Rezeption des Bourdieu'schen Theorems der "sozialen Felder" [...]
socialnet, 28.01.2009, Peter Erath.