Die Ökonomie der Zeit

Studien zu Nietzsche und Foucault

  • ca. 300 Seiten
  • erscheint August 2022
  • 1. Auflage 2022
  • 22,2 cm x 14,0 cm
  • broschiert
  • Sprache des Textes: Deutsch
  • ISBN 978-3-95832-313-1
noch nicht erschienen
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Beschreibung


Die gesellschaftliche Orientierung an einer offenen Zukunft ist eng verbunden mit ökonomischen Subjektivierungsformen und Machtverhältnissen. Das vorliegende Buch thematisiert im Zuge einer neuen Deutung von Friedrich Nietzsche und Michel Foucault die ambivalente Form dieser modernen Ökonomie der Zeit.

Ausgehend vom Begriff der Verschuldung wird der Zusammenhang von Zeit, Ökonomie und Macht in Nietzsches Genealogie der Moral untersucht. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Subjekte einen Bezug zur Zukunft und zu sich als berechenbaren Akteuren einüben. Die Ambivalenz dieses ökonomischen Zeitregimes, das nicht nur repressive Funktion hat, sondern auch ein befreiendes Moment enthält, zeigt anschließend eine Deutung von Foucaults Analytik der Macht.

Mit Foucault wird einerseits dargestellt, wie der kapitalistische Produktivitätsimperativ sich mit spezifischen Subjektivierungspraktiken verbindet, und andererseits hervorgehoben, dass das Versprechen einer offenen Zukunft auch Freiheitsspielräume erweitert und die Möglichkeit von Widerstand wachhält. Das Verhältnis von Freiheit und Macht leitet schließlich eine kritische Befragung neoliberaler Zeitregime an. In der Gegenwartsgesellschaft ist die Ökonomie der Zeit eng verknüpft mit der Dynamik der Finanzialisierung und einer Lebensform der Verschuldung. Vor diesem Hintergrund gewinnt Nietzsches Genealogie an neuer Aktualität.

Johann Szews


Johann Szews
© privat

Johann Szews ist Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Philosophie der Universität Hildesheim. Seine Arbeitsschwerpunkte liegen in den Bereichen Sozialphilosophie und politische Philosophie.