Einfalt – Zwiefalt – Vielfalt

  • 22,2 cm x 14,0 cm
  • broschiert
  • 1. Auflage 2026
  • Sprache des Textes: Deutsch
  • erscheint: März 2026
  • ca. 150 Seiten
  • ISBN 978-3-95832-434-3
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Beschreibung


Die Dreiheit der für das vorliegende Buch titelgebenden Begriffe muss als Dreischritt gefasst werden: von der Einfalt, die im philosophischen Sinne als parasitär zu verstehen ist, über die Differenz in der Zwiefalt bis zur radikaldemokratischen Vielfalt. Kurt Röttgers zeichnet den Zusammenhang von Einfalt, Zwiefalt und Vielfalt nach – nicht zuletzt anhand ihrer Grundfigur, der Falte – und liefert damit auch eine sozialphilosophische Deutung unserer gegenwärtigen Lage.

Das Buch hebt im ersten Kapitel an mit einer Reflexion über das einfältige Denken der Einheit. Dieses kennt nur den methodisch geregelten Übergang von einem Ausgang zu einem Ende. Es muss eine Einheit der Welt, des Wissens und des Ethischen postulieren. Dies impliziert jedoch, dass die Einzigkeit der Einheit nur parasitär Bestand haben kann.

Die Reflexion der Einheit in sich erzeugt dann bereits die Zweiheit von Einheit und Wissen der Einheit. Ontologisch erscheint diese als fundamentale Zwiefalt. Diese Zwiefalt wird im zweiten Kapitel in ihren verschiedenen Formen ausgefaltet: als Widerstreit der Meinungen, als kritische Differenz der Diskurse, als ein Sprechen und sein Widersprechen sowie in Originalen und ihren Übersetzungen und poetischen Andersheiten. So zeigt sich Zwiefalt bereits jenseits der ontologischen Grundlegung als Vielfalt der Zwiefalten.

Soll aber – drittens – Vielfalt nicht als bunte Beliebigkeit auftreten, dann zeigt sich eine sich selbst organisierende Pluralität in einem Zusammen-Sein, wie es bereits im Symphilosophieren der Frühromantiker oder im Être-en commun (Nancy) der Postmoderne Gestalt gewinnt: in einem Zusammen-Sein im pluralen Zwischen des kommunikativen Textes.

Der Dreischritt von der Einfalt über die Zwiefalt zur Vielfalt kann darüber hinaus, so zeigt das Buch, auch dargestellt werden als Dreischritt von Egoismus über den Dialogismus bis zur Gemeinsamkeit in Pluralität – oder geschichtstheoretisch von der Moderne über die Spätmoderne bis zur Postmoderne.

Kurt Röttgers


Kurt Röttgers ist ein pensionierter Professor der Philosophie. Nach Lehrtätigkeit an der Universität Bielefeld hatte er von 1984 bis 2009 die Professur für Philosophie, insbes. Praktische Philosophie an der FernUniversität in Hagen inne. Er war Mitherausgeber des Historischen Wörterbuchs der Philosophie und ist seit 2010 Ehrenmitglied der Ungarischen Akademie der Wissenschaften in Budapest. Bei Velbrück Wissenschaft erschienen: Das Soziale denken. Leitlinien einer Philosophie des kommunikativen Textes (2021).