Kultur, Identität und Menschenrechte

Transkulturelle Perspektiven

  • herausgegeben von Sarhan Dhouib
  • Erscheinungsdatum: 18.10.2012
  • Hardcover
  • 360 Seiten
  • 22.2 x 14 cm
  • ISBN 9783942393492
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Beschreibung


Dieser Band ist das Ergebnis einer interdisziplinären Zusammenarbeit zwischen arabischen und deutschen Wissenschaftlern zum Thema Kultur, Identität und Menschenrechte mit dem Ziel, eine transkulturelle Perspektive zu ermöglichen.
Ein erster Teil widmet sich der Frage, inwiefern die kulturelle Identität bzw. der Kulturpluralismus im Widerspruch zur Transkulturalität der Menschenrechte steht. Verschiedene moralische und juridische Legitimationen der Menschenrechte werden kritisch reflektiert und mit dem kulturellen Pluralismus auf nationaler sowie internationaler Ebene in Zusammenhang gebracht.
Im Anschluss daran werden in einem zweiten Teil Identitätsdiskurse analysiert, wie sie in der Philosophie, Literatur, Kunst und innerhalb von Menschenrechtsdebatten geführt werden. Selbstkritik bildet hier den Ausgangspunkt für eine konstruktive Auseinandersetzung mit den Anderen. Aus einem intra- und interkulturellen Dialog ergibt sich beispielhaft eine transkulturelle Perspektive.
In einem dritten Teil wird die Rolle der Normen und Rechte in verschiedenen Demokratisierungsprozessen beleuchtet. Humanitäre Interventionen in einem postkolonialen Kontext, die Frage der Verrechtlichung von Normen und deren Grenzen sowie Migration gelten als besondere Herausforderungen für eine Reflexion über Demokratisierungsprozesse.
Abschließend eröffnet im vierten Teil eine ideengeschichtliche Annäherung an bedeutende Begriffe einen Zugang zur politischen Umbruchssituation und Menschenrechtsdebatte. Schlüsselbegriffe zum Verständnis aktueller politischer und philosophischer Fragestellungen – wie Freiheitsstaat, Person bzw. Shahkhs, Universalität der Menschenrechte oder Kosmopolitismus – werden aus verschiedenen Denktraditionen reflektiert.

Sarhan Dhouib


Sarhan Dhouib, Dr. phil., ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Philosophie der Universität Kassel. Zurzeit ist er Gastdozent am Fachbereich 9/Kulturwissenschaften der Universität Bremen. Nach dem Studium der Philosophie an den Universitäten Sfax (Tunesien) und Paris 1 – Sorbonne wurde er an der Universität Bremen über Schellings Identitätsphilosophie promoviert. 2011 erhielt er den Nachwuchspreis für Philosophie des Goethe-Institutes. Arbeitsschwerpunkte: Deutscher Idealismus, Arabisch-islamische Philosophie, interkulturelle Philosophie, Menschenrechtsdiskurse. Jüngste Veröffentlichungen: Wege in der Philosophie. Geschichte – Wissen – Recht – Transkulturalität (Hg., mit A. Jürgens, 2011), Kultur, Identität und Menschenrechte. Transkulturelle Perspektiven (Hg., 2012).

Pressestimmen


Das trefflich organisierte Diskursbuch zu aktuell fragmentierten Menschenrechtsfragen ist ein ausgezeichneter Baustein zur Vertiefung einer transdisziplinären Fortsetzung der Debatte für eine zu Recht anvisierte Weltbürgerschaft.
kultur-punkt.ch, 22.11.2012.
Interessant ist im übrigen, dass Begründungs- und Rechtfertigungsstrategien in diesem Band einzig von deutschen Wissenschaftlern geführt werden, während arabische Wissenschaftler vorrangig mit Identitätsdiskursen, sowie der politischen und ideengeschichtlichen Dimension der Menschenrechtsproblematik beschäftigt sind. (...) Das Verhältnis von kultureller Identität, Demokratisierungsprozess und Universalität der Menschenrechte ist ein großes und unabgeschlossenes Thema. Der Diskurs zwischen deutschen und arabischen Wissenschaftlern/innen kann hier nur einen kleinen Teil des Problemspektrums abdecken. Diesen Diskurs in einem breiteren Rahmen fortzuführen wäre das Projekt der Zukunft.
polylog (Zeitschrift für interkulturelles Philosophieren), Heft 30 (2013), Anke Graness.
Das vorliegende Buch hat ein großes Potenzial des interkulturellen Dialoges un der Überwindung der Totalitäten, der Schaffung kultureller "Ökologien" (Boaventura de Sousa Santos) und der Übersetzungstätigkeit zwischen den sozialen Welten. Dieser Dialogprozess ist innerhalb des Buches und erst recht in der Praxis noch lange nicht nicht ausgeschöpft; daher ist das Buch, nach Michail Bachtin ein "Chronotopos", ein unvollendbarer Prozess, voller innerer Dialoge, die zu äußeren Dialogen mit der Wirklichkeit führen.
Soziologische Revue, Jg. 37, 1/2014, Daniel Stosiek.
Dem Sammelband kommt das Verdienst zu, Schneisen in das Dickicht aus universalistischer Doppelmoral und instrumentalisiertem Relativismus zu schlagen, und leistet so einen Beitrag dazu, die universelle Gültigkeit der Menschenrechte für all jene freizulegen, die sich in ihrem Kampf um persönliche Freiheit auf sie berufen wollen.
zeitschrift für menschenrechte, heft 2/2013, Mario Clemens.
Eine Bereicherung liegt dabei vor allem in der Vorstellung von Literaten und Theoretikern arabischer Provenienz, deren Ansätze ansonsten kaum Eingang in den westlichen Diskurs finden. Die Stärke liegt hier [...] in der Einbeziehung von originalsprachigem Material etwa aus der Feder Abu El-Kacim Chebbis, al-Farabis oder Charles Maliks. Die Lektüre regt dazu an, Konzepte wie beispielsweise das des ›Freiheitsstaates‹ von al-Farabi in die einschlägigen Syllabi der Lehre zur Ideengeschichte aufzunehmen.
Neue Politische Literatur, Jg. 59 (2014), Claudia Derichs.