Relationen

Eine postphänomenologische Soziologie der Körper, Technologien und Wirklichkeiten

  • 22,2 cm x 14,0 cm
  • Sprache des Textes: Deutsch
  • ca. 360 Seiten
  • 1. Auflage 2022
  • broschiert
  • erscheint August 2022
  • ISBN 978-3-95832-312-4
noch nicht erschienen
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Beschreibung


Die in der vorliegenden Studie vorgestellte postphänomenologische Soziologie untersucht die komplexen Weltzugänge und Wirklichkeitskonstruktionen einer technologisierten Spätmoderne. Grundlage bildet das Konzept der Postphänomenologie von Don Ihde und die darin beschriebene Vielfalt an Technologien, die den Körper erweitern (embodiment relation), ihn um Messtechnologien ergänzen (hermeneutic relation), ein ernstzunehmendes Gegenüber bilden (alterity relation), im Hintergrund arbeiten (background relation) oder sich Peter-Paul Verbeek zufolge sogar mit dem Körper (cyborg relation) oder der Welt (immersion relation) verbinden.

Erweitert wird dieses Konzept um eine soziologische Perspektive, vor allem orientiert an der phänomenologischen Soziologie und der Wissenssoziologie. Analysiert werden damit schrittweise die körperliche Erfahrung des Subjekts, ihre technisch bedingte Veränderung, ihre Verbindung mit den Erfahrungen anderer Subjekte und schließlich, wie Subjekte auf Basis dieser Erfahrungen ein geteiltes Verständnis von Wirklichkeit aushandeln. Die dergestalt entwickelte postphänomenologischen Soziologie wird empirisch, unter Einbezug der Methoden der qualitativen Sozialforschung, weiter expliziert, und zwar anhand der Rolle der Assistenzsysteme beim Autofahren, des Umgangs von Diabetiker:innen mit Blutzuckermessgeräten und Insulinpumpen sowie anhand der dokumentarfilmischen Darstellung zum Umgang mit sozialen Robotern. Es zeigt sich: Durch die Vielfalt an Technologien und entsprechenden Erfahrungsweisen gewinnen jene Kompetenzen an Bedeutung, mit denen zwischen ihnen übersetzt und vermittelt werden kann. ›Common Sense‹ gründet sich dann nicht mehr in der Annahme einer Ähnlichkeit aller Weltzugänge, sondern in gelungenen Abstimmungsprozessen.

Alexander Schmidl


Alexander Schmidl
© privat

Alexander Schmidl habilitierte mit dem vorliegenden Buch 2021 an der Philosophischen Fakultät der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg. Zuvor studierte er Soziologie an der Universität Salzburg und promovierte dort 2014 über Online-Rollenspiele aus der Sicht der hermeneutischen Wissenssoziologie. Zu seinen Forschungsfeldern zählen neben der Technik-, Körper- und Wissenssoziologie die Visualität des Sozialen, die Medienkultur und damit verbundene Fragen für die interpretative Sozialforschung.