Wie entstehen Stars im digitalen Zeitalter – und was verraten sie über uns? Reading the Stars erkundet die neue Grammatik der Berühmtheit, in der virale Sichtbarkeit, affektive Dynamiken und mediale Machtspiele Ikonen hervorbringen, die unsere Gegenwart prägen. Der Band zeigt: Stars sind heute weniger Vorbilder als empfindliche Seismografen gesellschaftlicher Wünsche, Projektionen und Imaginationen.
Auf Basis einer originellen Verbindung von Literatur- und Medienkulturwissenschaft liest Reading the Stars die neue Aufmerksamkeitsökonomie wie ein Sternbild: Stars sind keine isolierten Figuren, sondern stellen Konstellationen dar, in denen Bedeutungen aufleuchten, sich verschieben und zu ganzen Weltdeutungen verdichten. Vor diesem Hintergrund etabliert der Band auch neue analytische Form der Sterndeutung – eine digitale Astrologie.
Die ausgewählten Profile – von lebendigen und verstorbenen Divas, Pop-Stars, Influencer:innen, Pop-Intellektuellen über zweifelhafte Polit-Prominenz bis hin zu Aktivistinnen – öffnen den Blick auf überraschende Narrative: Wie kontrollieren Figuren ihr eigenes Storytelling? Welche Rolle spielen Skandale, Affekte, Fans? Welche Ideologien werden unterschwellig mittransportiert? Und wo entstehen neue utopische Möglichkeitsräume? Welche emotionalen Investments fordern sie von den User:innen ein?
Mit pointierten Lektüren, analytischer Schärfe und erzählerischem Sog lädt Reading the Stars dazu ein, die Stars unserer Zeit neu zu sehen – und an ihnen abzulesen, wer wir geworden sind.