Artikel 1 von 1

Menschenrechte und Menschenwerte

Zur konzeptionellen Belastbarkeit der Menschenrechtsidee in ihrer globalen Akkommodation

  • Erscheinungsdatum: 15.5.2017
  • Paperback
  • 450 Seiten
  • Fadenheftung
  • 22.2 x 14 cm
  • ISBN 9783958321151
vorübergehend nicht lieferbar
Auf den Merkzettel

Beschreibung


Als normative Leitidee bleiben Menschenrechte zentraler Bezugspunkt weltweiter Ordnungs- und Gerechtigkeitsdiskurse. Zugleich sind sie von einer zunehmenden Pluralisierung und Regionalisierung gekennzeichnet. Was Menschenrechte eigentlich sind oder sein sollen, ist angesichts islamischer Alternativkonzepte oder von Debatten um sogenannte Asiatische Werte mehr denn je strittig. Aber auch ihre Kompatibilität mit ›westlichen‹ Vorstellungen und Praktiken wird vermehrt hinterfragt.
Die vorliegende Studie arbeitet die normativen Grundlagen der Idee der Menschenrechte samt ihrer vielfältigen Begründungswege heraus und diskutiert, ob Menschenrechte ihren Ursprung in der europäischen politischen Ideengeschichte transzendieren und von anderen Traditionen absorbiert werden können.
Die Autorin untersucht in rechtstheoretischer Perspektive die Belastbarkeit dieser Voraussetzungen auf dem Grund unterschiedlicher Wertehaltungen anhand zahlreicher Fallbeispiele und unter Zuhilfenahme eines eigens entwickelten heuristischen Modells, um sowohl Hindernisse als auch Ressourcen für die globale Akzeptanz des Menschenrechtsgedankens zu erörtern.

Marie-Luisa Frick


Marie-Luisa Frick, studierte Philosophie und Rechtswissenschaften und ist Assoziierte Professorin am Institut für Philosophie der Universität Innsbruck. Sie war im Wintersemester 2016/17 Visiting Fellow am Human Rights Program der Harvard Law School und nahm in den vergangenen Jahren an bilateralen Religionsdialogen der Republik Österreich mit Indonesien, Iran und China teil.

Pressestimmen


Frick [schlägt] eine semantisch gehaltvolle Essenz der Menschenrechtsidee vor, überführt sie mit dem Prüfstein konzeptioneller Belastbarkeit in eine Systematik, mit deren Hilfe Exklusionen als Verstöße identifiziert werden können. Anschließend werden religiöse […] und säkulare Vorstellungen auf einem anspruchsvollen Spaziergang hinsichtlich ihrer Kompatibilität überprüft. Ergänzt durch die Frage nach einer politischen Durchsetzung lassen sich damit diverse Akkommodationen der Menschenrechte normativ vergleichen und bewerten, ohne dass hier am Ende die umfassend beste Variante als Heilsversprechen ex machina präsentiert wird.
Elmar Nass, Zeitschrift für Politik, Bd. 1 2018.
Insbesondere die originellen Neudeutungen menschenrechtlicher Problemstellungen und Konzepte sowie die Synthese von philosophischer Theorie und konkreten Anwendungen machen die Lektüre zu einem Gewinn für alle, die unter die Oberfläche des Allerweltbegriffs >Menschenrechte< tauchen möchten. […] In Summe liegt hier eine Schrift vor, die den Blick auf Menschenrechte und ihre vielfältigen Problemkreise schärfen, mitunter sogar markant verändern kann.
Hamid Reza Yousefi, Spektrum Iran – Zeitschrift für islamisch-iranische Kultur Nr. 3 – 2017, 30. Jahrgang.
Es entsteht [...] ein enzyklopädischer Gesamtüberblick, der im besten Sinne objektiv und neutral sein begriffliches Terrain vermisst. Der Leser kann sich gewiss sein, dass er nach Lektüre dieses Buches selbst für schwierige Diskussionen über die Menschenrechte, vor allem solche mit politischen und religiösen Fundamentalisten, gut gewappnet ist. [...] Ein ähnlich umfassender und weltanschaulich zurückhaltender Beitrag ist mir aus der angloamerikanischen Literatur nicht bekannt. Es wäre Marie-Luisa Frick deshalb zu wünschen, dass ihr Beitrag zur Problematik der Menschenrechte vor allem ins Englische übersetzt wird, um einen weltweiten Leserkreis zu erschließen.
Wolfgang Sohst, Philosophischer Arbeitskreis MoMo Berlin 08/2017.