Der Wert der Form

Eine historische Soziologie ästhetischer Gestaltung

  • Sprache des Textes: Deutsch
  • 22,2 cm x 14,0 cm
  • broschiert
  • ca. 330 Seiten
  • 1. Auflage 2026
  • erscheint: Mai 2026
  • ISBN 978-3-95832-442-8
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Beschreibung


Die Moderne bringt nicht nur immer mehr Dinge hervor – sie vermehrt auch die Formen, in denen diese Dinge gestaltet sind. In einer soziologischen Neubetrachtung der europäischen Designgeschichte von der Renaissance bis zum Bauhaus rekonstruiert Jan Wetzel diesen Prozess als fortwährende Steigerung des ästhetischen Werts der Form.

Der Blick richtet sich dabei zunächst bewusst auf die Zeit vor der Industrialisierung: auf eine Epoche, in der Fragen der guten Form ebenso sehr solche der Repräsentation wie des gelehrten Wissens sind. Die höfische Gesellschaft zieht Formen aller Art an, bündelt und steigert sie. Mit dem Aufstieg der bürgerlichen Gesellschaft verschwindet diese Formenfülle nicht, sondern wird neu verwertet. Der Verlust des geschmacklichen Zentrums evoziert einen ästhetischen Dauerstreit.

Anhand dreier Fallstudien zeigt das Buch, wie der Wert der Form historisch stabilisiert wurde: durch die Musealisierung dinglicher Überlieferung, durch die Neubestimmung des Handwerks und durch die Ästhetisierung der Technik. So entsteht ein neues Verständnis der Moderne – nicht als Bruch, sondern als fortwährende, durch den Streit um Form getriebene ästhetische Steigerung.

Jan Wetzel


Jan Wetzel studierte Soziologie und Kommunikationswissenschaft in Dresden und Berlin und war als Journalist tätig. Im Rahmen der Vermächtnisstudie setzte er sich am Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung zunächst mit Zukunftsvorstellungen auseinander. Im Anschluss wendete er sich der Vergangenheit zu, forscht und publiziert seitdem an der Schnittstelle von Soziologie und Geschichte, Wirtschaft und Ästhetik. Sozialwissenschaftliche und politische Debatten begleitet er mit dem Podcast Das Neue Berlin.