Bedingungen der Aufklärung

Philosophische Untersuchungen zu einer Aufgabe der Urteilskraft

  • Erscheinungsdatum: 28.03.2008
  • Buch
  • 688 Seiten
  • 22.2 x 14 cm
  • ISBN 9783938808061
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Beschreibung


Die Untersuchungen dieses Buches knüpfen an die traditionelle Vielstimmigkeit der Bemühungen um eine Klärung der Bedingungen der Aufklärung an. Sie reduzieren deren Komplexität, indem sie fragen: Aufklärung – wodurch, für wen, worüber, wozu?
Ohne moralische, rechtliche, politische und utilitäre Aufklärung weiß die Urteilskraft weder von den fundiertesten wissenschaftlichen Informationen ihrer jeweiligen Zeit noch von den zuverlässigsten wissenschaftsbasierten Handlungstechniken ihrer jeweiligen Zeit in ihrer jeweils konkreten geschichtlichen Situation einen guten Gebrauch zu machen. Wissenschaftliche Informationen bleiben ohne die Obhut einer moralisch, rechtlich, politisch und utilitär aufgeklärten Urteilskraft praktisch stumm. Handlungstechniken, auch wissenschaftsbasierte Handlungstechniken, bleiben ohne eine solche Urteilskraft blind. Auch die beste Aufklärung durch Wissenschaft bleibt praktisch blind und stumm. Es bedarf daher der praktischen Aufklärung der Urteilskraft.

Eine Studienausgabe mit aktuellem Vorwort des Autors erscheint in 2020.

Rainer Enskat


Rainer Enskat, geb. 1943, ist Professor für Philosophie an der Universität Halle. Von 2005 bis 2007 war er Mitglied und Geschäftsführender Direktor des Interdisziplinären Zentrums für die Erforschung der Europäischen Aufklärung.

Pressestimmen


[...]dass hier mit rein (sozial)-historischen Untersuchungen nichts gewonnen ist und Aufklärung in jedem Fall einen philosophisch systematischen Zugriff verlangt, macht das Buch so eindringlich wie anspruchsvoll klar.
Philosophische Rundschau, 4/2010, Birgit Sandkaulen.
Einer der bedeutenden deutschen Aufklärungsforscher legt hier eine voluminöse Summe langjähriger Forschung vor [...].
Z.f.philos. Forschung, 2009, O.H.
Mit den ebenso scharfsinnigen wie tiefschürfenden "Philosophischen Untersuchungen", die Rainer Enskat vorgelegt hat (...), ist die Aufgabe der Urteilskraft nicht abgeschlossen, aber diese Untersuchungen sind doch das, worauf es ankommt [...].
Aufklärung 21, 2009, Anke Thyen.
Für Enskat gehört zur Aufklärung das unablässige Bemühen, die Kriterien zu klären, mit deren Hilfe man in kontrollierbarer Weise beurteilen kann, was aus praktischen Gründen wissenswert ist und was nicht. Aufklärung ist daher jederzeit trotz Wissenschaft nötig. Er entwirft nach und nach ein Modell einer reifen Urteilskraft, die genau einschätzen kann, was die Wissenschaft im Ganzen wert ist, was nützlich zu wissen ist, was wichtig zu wissen ist und was würdig ist, erforscht zu werden.
Information Philosophie, Heft 3 (August 2009).
Dem Autor geht es in der Analyse der Bedingungen der Aufklärung nicht um eine historisch orientierte Untersuchung, sondern vielmehr um eine Argumentation für die unerlässliche Rehabilitierung der Urteilskraft angesichts gegenwärtiger Grundlagenprobleme.
DZPhil 57 (2009) 2, Anne Eusterschulte.
Die Gelehrsamkeit des Autors ist beeindruckend, auch die Fähigkeit, das komplexe Phänomen Aufklärung zu erschließen.
FAZ, 10.12.2008, O. Höffe.