Philosophien sprachlicher Gewalt

21 Grundpositionen von Platon bis Butler

  • herausgegeben von Steffen K Herrmann , Hannes Kuch
  • Erscheinungsdatum: 01.10.2010
  • Hardcover
  • 440 Seiten
  • ISBN 9783938808986
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Beschreibung


Sprache und Gewalt können ohne Zweifel gegeneinander wirken: Die dialogische Kraft des Gesprächs vermag den gewaltsamen Konflikt zu suspendieren. Zugleich jedoch bilden Sprache und Gewalt nicht nur einen Gegensatz, sondern sind auch aufeinander bezogen: So können wir in der Sprache vergangene Gewalttaten wieder wachrufen oder zukünftige androhen. Doch Sprache und Gewalt sind auch ineinander verwoben: Sprache selbst kann verletzen. Die Edition fragt nach diesem intrinsischen Zusammenhang von Sprache und Gewalt.
Sie zeigt anhand von unterschiedlichen philosophischen Grundpositionen, dass sich die Gewalt der Sprache vom ›verletzenden Sprechakt‹ auf der einen bis hin zur ›strukturellen Ur-Gewalt‹ der Sprache auf der anderen Seite erstreckt. Die ›Gewalt der Sprache‹ entfaltet der Sammelband anhand von ausgewählten Autorenportraits, die vom philosophischen Klassiker (Platon oder Hobbes) bis hin zu viel diskutierten Gegenwartsdenkerinnen und -denkern reichen (Honneth oder Butler). Ihren philosophischen ›Gesprächspartnern‹ nähern sich diese Porträts dabei auf unterschiedlichen Wegen: Ein Teil der Beiträge hat eher einführenden Charakter und stellt einen etablierten Denker im Diskurs um sprachliche Gewalt vor (etwa Nietzsche oder Derrida). Ein anderer Teil der Beiträge setzt sich mit solchen Philosophien auseinander, bei denen sprachliche Gewalt ein bisher nur wenig beachtetes Motiv darstellt (etwa bei Hegel oder Wittgenstein). Ein letzter Teil schließlich widmet sich gerade jenen Philosophen, bei denen Sprache und Gewalt Antipoden bilden (etwa Buber oder Habermas), um diese Entgegensetzung gegen den Strich zu lesen.
 

Steffen K Herrmann


Steffen K. Herrmann, M. A., studierte Philosophie, Soziologie und Literatur in Frankfurt am Main und Berlin. Promoviert derzeit mit einer Arbeit über 'Symbolische Verletzbarkeit. Über Anerkennung und Missachtung' zur Gewalt der Sprache im Anschluss an Hegel und Levinas.

Hannes Kuch


Hannes Kuch, M. A., studierte Philosophie, Soziologie und Volkswirtschaftslehre in Frankfurt am Main und an der FU Berlin. Promoviert derzeit in Philosophie zu einer Theorie der symbolischen Macht im Anschluss an Hegels Herr/Knecht-Figur.