Warum Kritik? Begründungsformen kritischer Theorien

  • herausgegeben von Sven Ellmers , Philip Hogh
  • Erscheinungsdatum: 18.03.2017
  • Paperback
  • 392 Seiten
  • Fadenheftung
  • 22.2 x 14 cm
  • ISBN 9783958320635
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Beschreibung


Seit ihrer Entstehung ging es der kritischen Theorie in ihren unterschiedlichen Ausführungen stets darum, die bestehende Gesellschaft mit ihren normativen Ordnungen zu kritisieren. Dabei differenzierten sich die unterschiedlichen Formen der kritischen Theorie hinsichtlich verschiedener Aspekte aus: Wurde die kapitalistische Gesellschaft in der frühen kritischen Theorie ausgehend von Hegel und Marx vor allem in ihrer Produktionsweise kritisiert, so rückten später die in ihr wirksamen Verständigungs- und Anerkennungsverhältnisse in den Vordergrund. Mit der Veränderung des Gegenstandsbereichs veränderten sich jedoch auch die normativen Maßstäbe der Kritik, wodurch die Frage nach den Gründen, aus denen Kritik geübt wird, für das Selbstverständnis der kritischen Theorie eine bedeutende Rolle spielt.

Der vorliegende Band geht den unterschiedlichen Begründungsformen von Kritik nach, die sich in klassischen und gegenwärtigen kritischen Theorien finden lassen. Dabei werden sowohl zu klassischen Positionen der Frankfurter Schule (Adorno, Habermas, Honneth), zu Reaktualisierungen kantianischer, hegelianischer und marxistischer Theorien als auch zu aktuellen Ansätzen des Critical Realism und des Perfektionismus Beiträge geliefert. Der Leser findet einen differenzierten Überblick über die unterschiedlichen Begründungsstrategien kritischer Theorien und erfährt, inwiefern die kritische Theorie einen unverzichtbaren Beitrag zur Philosophie und Gesellschaftstheorie der Gegenwart darstellt.

Mit Beiträgen von Peggy Breitenstein, Hauke Brunkhorst, Volkan Cidam, Fabian Freyenhagen, Christoph Henning, Steffen Herrmann, Philip Hogh, Hannes Kuch, Frank Kuhne, Christine Kirchhoff, Johanna Müller, Stefan Müller-Doohm, Hartmut Rosa.

Sven Ellmers


Sven Ellmers, Dr. phil., ist Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Philosophie der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg und Lehrbeauftragter an der Fachhochschule Düsseldorf im Bereich Sozialphilosophie. Er studierte Sozialwissenschaft an der Ruhr-Universität Bochum, Promotion 2014.

Philip Hogh


Philip Hogh, Dr. phil., ist Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Philosophie der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg und arbeitet an der dortigen Adorno-Forschungsstelle. Studium der Philosophie, Geschichte und Politikwissenschaft in Freiburg, Basel und Durham; Visiting Scholar am Philosophy De-partment der New School for Social Research 2010/11; Promotion 2013 in FFM; Forschungsschwerpunkte: Sprachphilosophie, kritische Theorie, Theorien der zweiten Natur, Theorien moralischer Indifferenz.

Pressestimmen


Die große Stärke dieses Bandes ist, dass Theorien angesprochen werden, die nicht zum Mainstream der kritischen Theorie gehören, etwa Beiträgen über den Perfektionismus oder die Philosophie Rainer Forsts. Greift man den Faden auf, dass sich kritische Theorie vor allem als Krisenwissenschaft versteht, wird dieser Band dem Anspruch teilweise gerecht: An vielen Stellen steht die Exegese im Vordergrund, aber es gelingt den Autor*innen, mit lebensnahen Beispielen die z.T. sehr komplexen Theorien zu illustrieren, etwa der Artikel über den Perfektionismus oder über Resonanz. Der Fairness halber sei angemerkt, dass es auch nicht der Anspruch dieses Buches war, eine Antwort auf aktuelle Herausforderungen oder einen weiteren Ausflug zur Zeitdiagnose zu geben.
Martin Gloger, socialnet.de, 11.10.2018.