Deutsche Migrationsbürokratie

Akteur:innen, Praktiken, rechtliche Regelungen und die (un)intendierten Konsequenzen institutioneller Dynamiken

  • 272 Seiten
  • Erscheinungstermin: Juni 2026
  • broschiert
  • 22,2 cm x 14,0 cm
  • 1. Auflage 2026
  • Sprache des Textes: Deutsch
  • ISBN 978-3-95832-427-5
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Beschreibung


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Bürokratie ist weder neutral noch rein funktional. Sie erzeugt Wirklichkeiten, schafft Ausschlüsse und eröffnet Möglichkeitsräume. Mitunter hat ihr Handeln tiefgreifende Folgen – sowohl für die betroffenen Menschen als auch für die Institutionen selbst. Die deutsche Migrationsbürokratie, betraut mit der sensiblen Aufgabe, über Aufenthaltsrechte und Staatsbürgerschaft zu entscheiden, erscheint dabei als ein analytisch besonders ergiebiger Fall personenbezogener Verwaltung. Er erlaubt Rückschlüsse auf allgemeine Verwaltungspraktiken und deren gesellschaftliche Folgen.

Anna Louban untersucht in ihrer ethnologischen Studie die bisweilen widersprüchliche, gar absurde Praxis der migrationsbezogenen Verwaltung in Deutschland. Auf Grundlage eines praxeologischen Ansatzes und im Anschluss an Goffman und Foucault entwickelt sie den Begriff der migrationsbürokratischen Prozessierung, um die diskursiven und nicht-diskursiven Praktiken der Migrationsverwaltung analytisch zu fassen. Das Buch liefert eine vielschichtige, multiperspektivische Analyse institutioneller Logiken, von Ermessensspielräumen, Aushandlungsprozessen sowie der oftmals unbeabsichtigten Konsequenzen bürokratischer Praxis.

Anna Louban


Anna Louban

Anna R. Louban arbeitet seit 2021 in der zivilen Sicherheitsforschung. An der Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin forscht sie zum Einsatz Künstlicher Intelligenz in Strafverfolgungsbehörden. Neben der Migrations- und Bürokratieforschung zählen die Themenbereiche Sicherheit und Neue Technologien zu ihrer Expertise.