Die Rhetorik der Exklusion

Zum Zusammenhang von Exklusionsthematik und Sozialtheorie

  • 1. Auflage
  • Erscheinungsjahr: 2011
  • Erscheinungsdatum: 01.01.2011
  • Hardcover
  • 220 Seiten
  • 22.2 x 14 cm
  • ISBN 9783942393072
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Beschreibung


Längst haben sich Bilder und Darstellungen der so genannten ›neuen Unterschicht‹, der Marginalisierten und Exkludierten durch ihre Dauerpräsenz in Medien, politischen und auch wissenschaftlichen Diskursen zu unhinterfragten Stereotypen verdichtet. Ungeachtet des immensen Dramatisierungs- und Politisierungspotentials der Exklusionsthematik ist es bisher jedoch nicht gelungen, einen theoretisch konsistenten Begriff der Exklusion zu entwickeln, geschweige denn zu etablieren. Dieses Defizit wird in 'Die Rhetorik der Exklusion' zum Anlass genommen, den Blick auf die theoretischen Spannungen zu richten, die in der Exklusionsthematik sichtbar werden. Denn in der Auseinandersetzung mit dem exkludierten Anderen wird die zumeist implizite Begrenztheit der jeweiligen Vorstellung des Sozialen, der Gesellschaft oder des theoretischen ›Innen‹ sichtbar.
Über eine rhetorische Analyse wird in drei Fallstudien zur Systemtheorie Niklas Luhmanns, zur Diskurstheorie Michel Foucaults sowie zur Theorie sozialer Felder Pierre Bourdieus gezeigt, dass gerade an dieser Grenze des Sozialen der Bereich des theoretisch abgesicherten Sprechens verlassen wird. An seine Stelle tritt eine Sprache, die von der literarischen Verdichtung rhetorischer Figuren wie Metaphern, Beispielen und Evidenz bestimmt ist und so zugleich den impliziten Verweis auf eine andere Wissensordnung als die der Wissenschaft in die Theorien trägt.

Sina Farzin


Sina Farzin, Dr. phil., ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Soziologie der Universität Bremen. Studium der European Studies sowie der Neueren Deutschen Literaturwissenschaft, Kunstgeschichte und Sozialwissenschaften in Bochum und Peking. Zwischen 2005 und 2009 Promotionsstudium an der Bremen International Graduate School of Social Sciences und der Universität Basel. Veröffentlichungen u. a.: Inklusion/Exklusion. Entwicklungen und Probleme einer systemtheoretischen Unterscheidung, Bielefeld (2006); Lexikon Soziologie und Sozialtheorie. Hundert Grundbegriffe, Stuttgart (2008, hg. mit Stefan Jordan)

Pressestimmen


Die gesamte, methodisch innovative und brillant geschriebene Untersuchung gibt dem theoretischen soziologischen Diskurs (nicht nur über Exklusion) einen belebenen Impuls. (Sie) bewegt sich auf einem sehr hohen Niveau der Reflexion und kritischen Durchdringung ihres Gegenstandes und beeindruckt durch ihren eleganten, nie selbstzweckhaften Stil.
Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie Heft 3, Jg. 64, 2012, Lothar Peter.
Rhetorische Figuren, metaphorisches Sprechen, das Sprechen in Bildern sind legitime Formen der Erweiterung der Sprach- und Darstellungsmöglichkeiten theoretischer Analysen. Man darf jedoch nicht vergessen, und dies weist die Autorin erfolgreich nach, dass es eben Erweiterungen sind, die nicht mehr in die weitere Entwicklung der Theorie integriert werden können. (...) Man wünscht sich eine Fortsetzung dieser Analysestrategie am Beispiel sowohl anderer Themen, d.h. anderer Problematiken, wie auch am Beispiel anderer theoretischer Strukturen.
Soziologische Revue, Jahrgang 37 (2014), Matthias Junge.