Gesellschaft und Klima

Entwicklungen, Umbrüche, Herausforderungen

  • Erscheinungsdatum: 25.02.2019
  • Buch
  • 188 Seiten
  • 22.2 x 14 cm
  • ISBN 9783958321670
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Beschreibung


Das vorliegende Buch verdeutlicht die hochgradige Komplexität des Verhältnisses von Gesellschaft, Wissenschaft und Klima. Die Tatsache des Klimawandels erfordert eine multidisziplinäre Herangehensweise, die die Vernetzung der drei Systeme erfasst. Es gilt zu erkennen, dass einerseits das Klima soziale, politische und wirtschaftliche Interaktionen prägt, es andererseits jedoch selbst von sozialen Strukturen, technologischen Praktiken und Energiekulturen beeinflusst wird.
Dies ist von besonderer Relevanz in einer Zeit, in der die Klimawissenschaften unter Druck stehen, und zwar sowohl von der breiten Öffentlichkeit als auch von den politischen Entscheidungsträgern. Nicht zuletzt deswegen warnen Nico Stehr und Amanda Machin, ausgehend von den Erkenntnissen verschiedener Disziplinen und anhand von zahlreichen Beispielen, vor einfachen Annahmen und Antworten.

Amanda Machin


Amanda Machin ist Vertretungsprofessorin für Internationale Politikwissenschaften an der Universität Witten-Herdecke. Ihre Forschungsinteressen Klimapolitik, Staatsbürgerschaft, Nationalismus und Verkörperung. Zu ihren jüngsten Buchpublikationen gehört Negotiating Climate Change (London 2013) und Against Compromise: Sustaining Democratic Debate (London 2017).

Nico Stehr


Nico Stehr

Nico Stehr war bis Sommer 2018 Karl Mannheim Professor für Kulturwissenschaften an der Zeppelin Universität, Friedrichshafen. Er ist Fellow der Royal Society (Canada) sowie Fellow der European Academy of Sciences and Arts. Sein umfassendes wissenschaftliches Werk konzentriert sich auf die Transformation moderner Gesellschaften hin zu Wissensgesellschaften und die mit diesem Wandel verbundenen Konsequenzen für verschiedene gesellschaftliche Institutionen von zentraler Bedeutung  (z.B. die Wissenschaft, Politik, Governance, Wirtschaft, Ungleichheit und Globalisierung); des Weiteren beschäftigt sich Nico Stehr mit den gesellschaftlichen Ursachen und Folgen des Klimawandels. Veröffentlichungen bei Velbrück Wissenschaft: Die Zerbrechlichkeit moderner Gesellschaften. Die Stagnation der Macht und die Chancen des Individuums (2000); Expertenwissen. Die Kultur und die Macht von Experten, Beratern und Ratgebern (mit Reiner Grundmann) (2010), Ist Wissen Macht (2015, mit Marian Adolf) und Gesellschaft und Klima. Entwicklungen, Umbrüche. Herausforderungen (mit Amanda Machin) (2019).

Pressestimmen


Der deutsche Dichter und Philosoph Johann Gottfried Herder (1744 - 1803) schrieb vor mehr als 200 Jahren [...] der Mensch [sei] ›keine unabhängige Substanz‹, sondern stehe ›mit allen Elementen der Natur in Verbindung [...]: er lebt vom Hauch der Luft wie von den verschiedensten Kindern der Erde, den Speisen und Getränken; er verarbeitet Feuer, wie er das Licht einsaugt und die Luft verpestet; wachend und schlafend, in Ruhe und in Bewegung trägt er zur Veränderung des Universums bei, und sollte er von demselben nicht verändert werden?‹ Ob sich der Philosoph vorstellen konnte, wie weit der Mensch mit seinen Technologien die Umwelt verändern würde?
Alexandra Bleyer, Salzburger Nachrichten, 27.04.2019.
[...] Amanda Machin und Nico Stehr haben sich erfolgreich zusammengetan, um in ihrem Diskursbuch »Gesellschaft und Klima« die aktuellen Entwicklungen, Umbrüche und Herausforderungen sichtbar zu machen. Das ist ihnen in klarer und verständlicher Weise in sechs ›doppelpaarigen Topoi‹ überaus gelungen: Das Klima in Gesellschaft und Natur, wissenschaflich und objekt/iv, als Zyklus und im Wandel, als Determinante und im Vergleich, öffentlich und wahrnehmbar, sowie politisch und entscheidungsorientiert).
Marga u. Walther Prankl, kultur-punkt.ch, März 2019.
Ja, die Bereitschaft wächst, an autoritäre politische Verfassungen zu denken. Aber die Hoffnung, dass autoritäre politische Gesellschaften mit dem Klimaproblem besser umgehen können, ist eine Illusion ersten Ranges. Wenn ich an die autoritären Regime in Russland oder China denke, dann sind deren Erfolge auf dem Gebiet der Umwelt doch sehr zweifelhaft, weil sich zeigt, dass autoritäre Regime andere Interessen haben. Ich bin vom Gegenteil überzeugt: nicht weniger Demokratie wagen – mehr Demokratie wagen. Die Volksparteien müssen sich darüber Gedanken machen, wie sie die Bürger mehr einbinden in politische Entscheidungen, damit diese eine höhere Zustimmung haben.
Nico Stehr im Interview, Der Spiegel Nr. 41, 5.10.2019