Imperiale Welten

Literatur und politische Theorie am Beispiel Habsburg

  • Erscheinungsdatum: 30.03.2018
  • Paperback
  • 128 Seiten
  • Klebebindung
  • 22.2 x 14 cm
  • ISBN 9783934731519
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Beschreibung


In der gegenwärtigen Literaturwissenschaft spielt die Politische Theorie eine untergeordnete Rolle. Zu Unrecht, denn sie kann zu einem differenzierten Verständnis des Zusammenspiels von literarischer und politischer Ordnung beitragen.

Das vorliegende Buch exemplifiziert diese These anhand der Arbeiten Herfried Münklers, die in Beziehung gesetzt werden zur Literatur des habsburgischen Mythos – namentlich den Romanen Radetzkymarsch und Das falsche Gewicht von Joseph Roth sowie Robert Musils Der Mann ohne Eigenschaften. In fünf aufeinander aufbauenden Studien erfasst die Autorin die politische Theorie Münklers in ihren für die Literatur- und Kulturwissenschaften relevanten Momenten.

Münklers Imperientheorie, aber auch seine Schriften zum Krieg sowie zum Mythos und zum Narrativen erweisen sich dabei nicht nur als ein komplexes und kohärentes Theoriegebäude, das es ermöglicht, Fragen der Herrschaft und der Legitimation auf einem hohen Abstraktionsniveau zu verhandeln. Sie verdeutlichen auch ihre hohe Relevanz für die Erfassung literarischer und politischer Welten des 20. Jahrhunderts.

Christine Magerski


Christine Magerski ist Professorin für Neuere deutsche Literatur an der Universität Zagreb. Sie studierte Literaturwissenschaft und Geschichte an der FU Berlin sowie Cultural Studies an der Monash University Melbourne, wo sie 2003 mit einer Arbeit zur Frühgeschichte der Literatursoziologie promovierte.

Pressestimmen


Dieses feine kleine Büchlein ist quasi ein Nebenprodukt des vom kroatischen Wissenschaftsfonds geförderten Forschungsprojekts »Postimperiale Narrative in den zentaleuropäischen Literaturen der Moderne« (2016-2019) an der Universität Zagreb, an der auch die Autorin Germanistik lehrt.
Clemens Ruthner, Spiegelungen 1.20.
[In] Imperiale Welten wird unterstrichen, in welchem Maße die politische Theorie im Allgemeinen und die Imperienstudien im Besonderen von sowohl systemtheoretisch als auch politisch-theoretisch inspirierten Beobachtungen über die literarischen Dispositionen der unmit-telbaren postimperialen Zeit profitieren können.
Ivana Perica, Kulturpoetik 2020, Heft 1.
Die Verf. des schmalen Buches setzt sich zum Ziel, »das Zusammenspiel von literarischen und politischen Formen besser zu verstehen«, wozu die theoretisch-methodologischen Ansätze des Politikwissenschaftlers Herfried Münkler herangezogen werden. Im »transdisziplinäre[n] Zugang « wird, Münklers Ansicht modifizierend, die Habsburger Monarchie als ›Imperium‹, als »auffallend dauerhaftes europäisches Großreich« betrachtet; dabei steht der den Habsburgischen Mythos fortschreibende ›postimperiale Roman‹ in einem politikwissenschaftlichen und narratologischen Ansatz im Mittelpunkt.
Magdolna Orosz, GERMANISTIK, 2019 · Bd. 60, Heft 3-4.