Kritische Theorie der Musik

  • Erscheinungsdatum: 31.03.2006
  • Buch
  • 296 Seiten
  • 22.2 x 14 cm
  • ISBN 9783938808047
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Beschreibung


Während die Musik seit Jahrzehnten einem stürmischen Wandel ausgesetzt ist, verharrt die Musikphilosophie seit Adornos Tod in einer Starre. Die Gründe für die Begriffsscheu und Reflexionsträgheit im Musikleben sind vielfältig: Unter anderem fehlen die Kategorien, welche die kompositorische Praxis und die ästhetischen Standorte an die gesamtgesellschaftliche Entwicklung anbinden. Claus-Steffen Mahnkopf möchte deshalb ein begriffliches und argumentatives Instrumentarium bereitstellen, das uns Musik als grundlegendes kulturelles Phänomen besser verstehen läßt.
Mahnkopf zeichnet den Wandel des Musikbegriffs seit der späten Moderne und in der Postmoderne nach, diskutiert die Ergebnisse im Lichte der Philosophie und Soziologie – vor allem mit Benjamin, Adorno, Luhmann, Habermas und Derrida – und verbindet sie mit einer konkreten Kulturkritik im Medienzeitalter. Ferner erörtert er die Musik in ihren verschiedenen Disziplinen – wie Aufführungspraxis, Musikwissenschaft, Musikpädagogik –, äußert sich zum Musiktheater, zieht Parallelen zur Architektur und unterbreitet Vorschläge für die Weiterentwicklung der Musik. Der Autor schreibt mit dem Reflexionswissen des Komponisten und des Kenners des Musiklebens und zugleich als Wissenschaftler und Philosoph.
Absicht dieses Buches ist nicht nur, eine begriffliche Reflexion der Musik in der Gegenwart zu ermöglichen, sondern auch eine Perspektive aufzuzeigen, welcher Ort der Musik in einer zukünftigen Weltgesellschaft zukommen könnte und sollte. Insofern sieht sich die Kritische Theorie der Musik selber als Teil der modernen Kultur und Kulturkritik.

Claus-Steffen Mahnkopf


Claus-Steffen Mahnkopf

Claus-Steffen Mahnkopf, geb. 1962, ist Musikphilosoph und Komponist. Er studierte Musikwissenschaft, Philosophie und Soziologie, wurde zum Doktor der Philosophie promoviert und ist mit zahlreichen Schriften und Büchern zur Musik und modernen Kultur in Erscheinung getreten. Er gründete 1995 die Gesellschaft für Musik und Ästhetik und gibt 1997 die Zeitschrift Musik & Ästhetik heraus. Seine kompositorische Ausbildung erhielt er bei Brian Ferneyhough und Klaus Huber. Für sein kompositorisches Werk wurde er unter anderem mit dem Gaudeamus Prize und dem Ernst von Siemens Förderpreis ausgezeichnet.

Pressestimmen


Mahnkopfs Anspruch ist kein geringerer, als Adornos kritische Theorie fortzuschreiben. Solche Fortschreibung besteht zu wesentlichen Teilen in einer kritischen Auseinandersetzung mit Habermas und Luhmann. Dass der Verfasser diese Auseinandersetzung auf eine bewundernswerte breite Basis stellt, sollte für jeden Komponisten, jeden Interpreten Anlass sein, sich die Zeit für die Lektüre zu nehmen.
Neue Musikzeitung, Nr. 12/07-1/08, Clytus Gottwald.
Mahnkopf verbindet in seinen aus einer breiten Kenntnis von Philosophie, Soziologie, Architektur, Literatur und Theater gespeisten Explikationen den Entwurf einer (mit und nach Adorno) ästhetischen Theorie der Musik mit kritischen Angriffen auf die Gegenwartsmusik und ihren mangelnden theoretischen Reflexionsgrad.
literaturkritik, Nr. 4 April 2007, Christoph Schmitt-Maaß.
Lässt sich die avantgardistische Musik weitertreiben und wohin? Das fragt Claus-Steffen Mahnkopf in seinem hochambitionierten Buch, das auch wegen seiner Querverbindungen in andere Künste und Theorien besticht.(...)Mahnkopf versteht sein Buch als kritischen Weltentwurf, und die Perspektiven zu Literatur, Philosophie, Soziologie, Psychoanalyse, auch Theater und Film ist oft erhellend, die Fülle der Einsichten imponierend.(...) Gerade wer sich nicht nur für Musik interessiert, sollte es lesen!
FAZ 24.11.2006, Gerhard R.Koch.
Mahnkopf (...) hat sich der Sisyphosaufgabe gestellt, nach Adorno eine kritische Theorie der Musik zu schreiben. Seine breite philosophische und musikalische Bildung priviligiert ihn dazu. Anregend ist das Buch, wenn Mahnkopf seine kultur- und gesellschaftlichen Diagnosen mit seiner Kentnnis der Musikszene und dem Selbstverständnis der Avantgarde verbindet.
OM, Partituren. Das Magazin für klassische Musik, Juli 2006.