Musik und Affektivität

Systemtheoretische Perspektiven für eine transdisziplinäre Musikforschung

  • Erscheinungsdatum: 01.08.2016
  • Buch
  • 376 Seiten
  • Fadenheftung
  • 22.2 x 14 cm
  • ISBN 9783958320918
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Beschreibung


Die lebensweltliche Bedeutung von Musik wird insbesondere mit ihrem affektiven Potential in Verbindung gebracht. Mittlerweile hat sich zum Studium des engen Verhältnisses von Musik und Affektivität ein weit verzweigtes Forschungsfeld etabliert, in das unter anderem die Musikwissenschaft, die Philosophie, die Sozialwissenschaften, die Psychologie und die Neurowissenschaften eingebunden sind. Hieraus ergeben sich Herausforderungen und Notwendigkeiten, disziplinspezifisches Musikwissen als Wissen über Musik zu erschließen.
Die vorliegende Arbeit widmet sich dem Verhältnis von Musik und Affektivität ausgehend von der Überzeugung, dass Musikforschung transdisziplinär betrieben werden sollte. Niklas Luhmanns Allgemeine Systemtheorie bildet den theoretischen Ausgangspunkt für die Entwicklung eines hierfür geeigneten Musikbegriffs, dem es nicht nur gelingen muss, der Pluralität musikalischer Erscheinungsformen gerecht zu werden, sondern auch die psychologischen, biologischen und sozialen Bedingungen von Musik zu erfassen und dabei für verschiedenste Forschungsdisziplinen ansprechbar zu sein. Der Autor setzt sich kritisch mit der Systemtheorie und ihrer Rezeption innerhalb der Musikwissenschaft auseinander undentwickelt unter Berücksichtigung auch phänomenologischer und kognitionsphilosophischer Perspektiven einen Ansatz, der Musik als ein System strukturell gekoppelter Systeme und in diesem Sinne als Metasystem konzeptualisiert, das sich durch musikalische Handlungen reproduziert. Wie ist die Gemengelage emotionsphilosophischer und emotionspsychologischer Auffassungen? Wie lassen sich affektive Zustände verschiedener Systemtypen konzeptualisieren? Welche Bedeutung und Funktion hat Affektivität im Metasystem Musik? In der Beantwortung dieser Fragen wird systematisch herausgearbeitet, dass musikalische Handlung als bio-psycho sozialer Prozess auf eine grundlegende Art und Weise affektiv verfasst ist. Mit Blick auf die empirische Forschungspraxis zeigen sich exemplarisch Implikationen und Möglichkeiten einer metasystemtheoretischen Perspektive und das sich durch diese bietende reflexionstheoretische Potential.

Christoph Seibert


Christoph Seibert, Dr. phil., ist Wissenschaftlicher Mitarbeiter der Musikabteilung am Max- Planck-Institut für empirische Ästhetik in Frankfurt am Main. Er studierte Ton- und Bildtechnik in Düsseldorf und wurde 2014 am Institut für Musikwissenschaft und Musikinformatik der Hochschule für Musik Karlsruhe promoviert.