Weltbewusstsein

Alexander von Humboldt und das unvollendete Projekt einer anderen Moderne

  • 1. Auflage
  • Erscheinungsjahr: 2002
  • Erscheinungsdatum: 01.05.2002
  • Hardcover
  • 288 Seiten
  • 22.2 x 14 cm
  • ISBN 9783934730489
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Beschreibung


Kaum ein anderer Wissenschaftler, Schriftsteller und Gelehrter des ausgehenden 18. und 19. Jahrhunderts stellt für das Denken und Handeln zu Beginn des dritten Jahrtausends eine so faszinierende Herausforderung dar wie Alexander von Humboldt, der jüngere der beiden Humboldt-Brüder.
Dies mag erklären, warum der von seinen Zeitgenossen noch so bewunderte Naturwissenschaftler und Naturphilosoph, Kosmopolit und Kulturtheoretiker, kritische Intellektuelle und königliche Kammerherr - nach langen Jahrzehnten des Vergessens, in denen andere Vertreter des Nationalstolzes wichtiger schienen - der Öffentlichkeit wieder vertrauter geworden ist.

Eine Studienausgabe mit aktuellem Vorwort des Autors erscheint in 2020.

Ottmar Ette


Ottmar Ette, geb. 1956, ist seit 1995 Professor für Romanische Literaturwissenschaft an der Universität Potsdam. 1987 Heinz-Maier-Leibnitz-Preis, 1991 Nachwuchswissenschaftler-Preis der Universität Freiburg. Mehrere Gastdozenturen in Mexiko und den USA.

Pressestimmen


Es ist erfreulich, dass sich auch die Geisteswissenschaft zum Thema "Alexander von Humboldt" äußert, und das Fed nicht mehr allein der Wissenschaftsgeschichte überlässt. Des weiteren macht das Werk deutlich, dass die Umsetzung eines interdisziplinären Ansatzes in der wissenschaftlichen Praxis ein schwieriges Unterfangen ist, Man gerät dabei leicht in Gefahr, sich im Netzwerk von Natur- und Geisteswissenscahft zu verfangen. Dennoch lohnt sich die Anstrengung, Humboldtforschung auch weiterhin interdisziplinär zu betreiben.
T. Richter, Pharmaziehistorische Bibliographie, 13. Jg. 2005.
Most scholars of German literature, culture, and intellectual history like to think that their research is relevant. But they rarely speak explicitly of how. Ottmar Ette's »Weltbewußtsein«, a study of Alexander of Humboldt's life and writings, is an exception. Its goal is not just to offer a comprehensive monograph, but to produce arguments for regarding Alexander von Humboldt als a "master thinker for the 21st century".
Carl Niekerk, Monatshefte Vol 97, No. 1, 2005.
Ein scharfsinniges, kenntnisreiches und eminent aktuelles Buch, das nicht nur ein neues Bild Alexander von Humboldts entwirft, sondern dem es auch gelingt, dessen Denken für eine erweiterte Diskussion nicht der Moderne, sondern unterschiedlicher, divergierender, peripherer Moderne-Projekte furchtbar zu machen (S.10). Allen, die sich dafür und für die Möglichkeiten eines über Humboldt hinausgehenden »transkulturellen Weltbewußtseins« interessieren, kann man dieses geradezu spannend zu lesende Buch mit Nachdruck zur Lektüre ans Herz legen.
Ansgar Nünning, Wissenschaftlicher LiteraturAnzeiger, 42. Jg., Heft 1 (2003).
Ettes Buch ist vornehmlich der Versuch, Humboldtsche Wissenschaft in die Gegenwart zu übertragen. Im Gegensatz zu der traditionell üblichen Aufsplitterung von Wissenschaft in einzelne Disziplinen - Ette spricht von »Disziplinierung der Disziplinen« - werden dabei verschiedene Facetten von Humboldts Wissenschaft zwischen Naturkunde, Philosophie, Ethik und Ästhetik zu bewegten, multipolaren und netzartigen Strukturen verknüpft. […] Wem das jetzt ein bißchen kompliziert klingt, der sollte sich nicht von der Lektüre abhalten lassen. Denn Ottmar Ette, dem im Jahr 2001 der Forschungspreis fürRomanistische Literaturwissenschaft zu Ehren von Hugo Friedrich und Ernst Köhler verliehen wurde, schreibt in einer klaren, wohlgeordneten Sprache.
Babette Kaiserkern, Potsdamer Neueste Nachrichten, 3. April 2002.
Der Potsdamer Romanist und Humboldt-Kenner Ottmar Ette hat […] in einem anregenden Buch das Weltbewußtsein umrissen, das Humboldt auszeichnete und das für den künftigen Weg noch von Nutzen sein soll. […] Ette zeigt nun, wie die Wissenschaft Humboldts als auch seine Schreibweise dieses moderne Vorhaben vorantreiben und es zugleich abwandeln: indem ästhetischer Genuß und politische Freiheit, naturwissenschaftliche Empirie und Anschauung ebenso aufeinander angewiesen sind, wie die vielfältige Fremde und das alte Europa erst aneinander erkennbar werden.
Elisabeth von Thadden, Die Zeit, Literatur-Sonderbeilage, Juni 2002.