Literatur in Bewegung

Raum und Dynamik grenzüberschreitenden Schreibens in Europa und Amerika

  • 1. Auflage
  • Erscheinungsjahr: 2001
  • Erscheinungsdatum: 01.03.2001
  • Hardcover
  • 575 Seiten
  • 22.2 x 14 cm
  • ISBN 9783934730311
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Beschreibung


Die politischen, kulturellen, wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und auch literarischen Räume, die uns umgeben, haben sich seit der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts mit immer größerer Geschwindigkeit verändert. Die Literaturen trugen diesem Faktum Rechnung, die Literaturwissenschaften ließen diese Problematik - selbst im Bereich der Reiseliteratur, die für derartige Untersuchungen wie geschaffen scheint - jedoch weitgehend außer acht. Der vorliegende Band versucht, auf diese Problematik eine Reihe von Antworten zu geben und aufzuzeigen, wie die Dynamik von Räumen und Raumbeziehungen auf verschiedenen Ebenen ebenso in konkreten Einzeltexten wie innerhalb größerer zeitlicher Entwicklungen untersucht werden können.

Ottmar Ette


Ottmar Ette, geb. 1956, ist seit 1995 Professor für Romanische Literaturwissenschaft an der Universität Potsdam. 1987 Heinz-Maier-Leibnitz-Preis, 1991 Nachwuchswissenschaftler-Preis der Universität Freiburg. Mehrere Gastdozenturen in Mexiko und den USA.

Pressestimmen


Der bleibende Eindruck ist der eines Buches, das sehr belesen ein Seemannsgarn spinnt und das man mit großem Vergnügen liest.
Monatshefte, Vol. 97 No 4 (2005), Josef Schmidt, McGill University, Montréal.
Mit Literatur in Bewegung ist Ottmar Ette ein anspruchsvolles und anregendes, dem Velbrück-Verlag ein verlegerisch ansprechendes Buch gelungen, dessen Gedanken- und Materialfülle sich der Absicht verdankt, an die proliferierende Schreibweise A. v. Humboldts anzuknüpfen, um auf diesem Wege die Wissensdisziplinierungen allzu festgefügter wissenschaftlicher Disziplinen zu durchkreuzen.
Susanne Schlünder, Romanische Forschungen, 117. Band, Heft 2/2005.
Reiseberichte sind der Gegenstand dieses anregenden Buches. […] Am Anfang steht die ›Wegmarkierung‹: Die westliche Welt müsse nach der Postmoderne vor allem wegen des veränderten Raumgefüges ihre kulturellen Ziele neu bestimmen. Das multikulturelle Nebeneinander und das transkulturelle Durcheinander verlangten nach einem neuen Denken ohne starre Strukturen und ›Literaturen ohne feste Wohnsitze‹.
A.W., Frankfurter Allgemeine Zeitung, 31. Mai 2001.
Sein Buch, materialreich und fein gewoben, ist eine Einladung, über die Räume und Territorien des Schreibens und Lesens angesichts der zunehmenden Ent-Territorialisierung des Schreibens und der Globalisierung der Literatur nachzusinnen.
Susanne Klingel, literaturen, 11/2001.
Das Buch lässt sich trotz seines beträchtlichen Volumens gut bewegen und liest sich - besonders auf Reisen - vorzüglich. Es hält den Leser auf Trab, velangt ihnen einiges ab - ohne sie zu überfordern. (...). Der spielerisch und elegant gestaltete Paratext führt die dynamische Dimension auch sinnlich vor Augen, dies anhand eines Fingerkinos, das den Titel des Buches in Bewegung setzt.(...) Auch der theoretische Eisntieg ist kompakt und breilliant geschrieben.
Yvette Sánchez, arcadia, Band 36 (2001) Heft 2.
Mit Blick auf das marginalisierte Lateinamerika rekonstruiert der Romanist Ottmar Ette die jahrhundertelange Spannung zwischen europäischen und nicht-europäischen Räumen in ihren Grenzüberschreitungen. Nicht etwa die Vogelperspektive, sondern die Raum- und Bewegungsstruktur der Texte selbst bringt die entscheidenden Einsichten. Dabei sind die mikroskopisch dichten Raumbeschreibungen von Reiseberichten für Ette nur ein Sprungbrett. Was ihn in Trab hält, ist der systematische Zugriff auf eine ›Literatur in Bewegung‹, die in Zeiten verstärkter Migration uns Globalisierung nichts anderes bedeuten kann als ›Literaturen ohne festen Wohnsitz‹. [Ottmar Ette] schafft einen Analyse- und Darstellungsraum ohne jegliche evolutionären Züge. So folgt dieses ansprechend gemachte Buch keinem Sog der Bewegung (trotz des Daumenkinos der großen Randlettern, die beim Durchblättern genau den Buchtitel ergeben). Denn es will auf 570 Seiten ›ein Schmöker sein, der zu unterschiedlichen Leserichtungen einlädt‹. Bei aller Offenheit einer springenden Lesart bleibt doch ein hoher Anspruch erhalten: Die Entwicklung von Literatur und Theorie nach der Postmoderne […].
Doris Bachmann-Medick, Frankfurter Rundschau, 23. Juni 2001.
Wie Curtius' Europäische Literatur und lateinisches Mittelalter vor einem halben Jahrhundert, so ist auch Ettes Buch ein Grundlagenwerk, welches aus der Faszination an den Texten der Vergangenheit geboren ist, ohne selbst die typischen Erkenntnisinteressen und die Form einer Literaturgeschichte zu haben. [Ottmar Ettes] außergewöhnliche literarische Intelligenz […] läßt ihn Kapitel für Kapitel - assoziativ und kumulierend - bestimmte Konfigurationen herausarbeiten.
Hans Ulrich Gumbrecht, Neue Zürcher Zeitung, 25. Oktober 2001.