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Die Textualität des Rechts

Zur poststrukturalistischen Kritik des Rechts

  • Erscheinungsdatum: 01.12.2015
  • Paperback
  • 320 Seiten
  • 22.2 x 14 cm
  • Fadenheftung
  • ISBN 9783958320802
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Beschreibung


Philosophen wie Agamben, Derrida, Menke und Nancy kritisieren das Recht als gerechtfertigte und sich durch seine Anwendung rechtfertigende Gewalt.
Dahingegen akzentuiert die vorliegende Arbeit in historischen, philosophischen, literaturwissenschaftlichen und soziologischen Überlegungen die plurale Textualität des Rechts, die sich auf den Wortlaut des Gesetzesbefehls nicht reduzieren lässt. Der Poststrukturalismus kommt mit Blick auf die Vergangenheit über eine Kritik an der permanenten Wiederholung der Gewalt der Gründung des Rechts nicht hinaus und setzt dagegen in unterschiedlichen Versionen die Zukunft einer messianischen Wiedergewinnung der Gerechtigkeit. Das Buch sieht eine Alternative in der Betonung der Gegenwart des Operierens mit praktischen Zwängen und Möglichkeiten, die das Recht unter Bedingungen von Ungewissheit ermöglichen muss. Das Recht kann immer nur fern vom Gleichgewicht »Ordnung aus Unordnung« generieren, indem es mit Fiktionen arbeitet, aber die jeweils andere Seiten der Fiktionen nie dauerhaft ausschließt.

Die systemtheoretische und medientheoretische Position des Buches vermag die permanente Unruhe zu erfassen, innerhalb derer sich der Text des Rechts fortschreiben muss.

Karl Heinz Ladeur


Karl-Heinz Ladeur, Prof. Dr., war von 1983 bis 1994 Professor an der Universität Bremen, von 1994 bis zu seiner Emeritierung 2008 Professor für Öffentliches Recht an der Universität Hamburg. Von 1994 bis 1996 besetzte er zudem eine Professur für Rechtstheorie am Europäischen Hochschulinstitut in Florenz. Zahlreiche Veröffentlichungen, u.a.: Die Funktion der Menschenwürde im Verfassungsstaat (2008), Das Recht der Netzwerkgesellschaft (2014) Hg. mit Ino Augsberg: Talmudische Tradition und moderne Rechtstheorie (2014).

Pressestimmen


Ladeur hat ein beeindruckendes, belesenes, überlegtes Werk vorgelegt. Mit ihm wird es erstmals unternommen, die Systemtheorie für die Erkenntnisse poststrukturalistischer Philosophen zu öffnen. Dabei gelingt Ladeur überdies eine innovative Metaanalyse poststrukturalistischer Rechtsphilosophie. Die Lektüre des Buches dürfte daher für Anhänger systemtheoretischer Ansätze wie für poststrukturalistisch Interessierte gleichermaßen ein Gewinn sein.
Rike Sinder, JuristenZeitung Heft 19 (71. Jahrgang), 2016.