Magazin 10/2021

Der Leib-Körper als ein nicht in Gesellschaft Aufgehendes – einige Facetten

Von Michael Schüßler

In seinem gerade bei Velbrück Wissenschaft erschienenen Buch Die Sprachen des Leibes und die Leiblichkeit der Sprache entwickelt Michael Schüßler eine, so der Untertitel: »Kritische Theorie des Körpers«. Dass seine Gewährsmänner Theodor W. Adorno und Alfred Lorenzer in ihren philosophischen, soziologischen oder psychoanalytischen Arbeiten stets auf die als Totalität gefasste Gesellschaftsformation des Spätkapitalismus reflektieren, mag zu dem Schluss führen, hier würden Leib und Körper als vollständig sozial determiniert gedacht. Dass diese Annahme weder den genannten Autoren noch dem Gegenstand gerecht wird, sondern der Leib-Körper nur zu begreifen ist, wenn (auch) seine Nichtidentität mit der Gesellschaft berücksichtigt wird, zeigt Schüßlers Buch eindrücklich. Für das Velbrück Wissenschaft MAGAZIN hat er einige Facetten des Verhältnisses von Leib-Körper und Gesellschaft in einem kurzen Text umrissen.

Magazin 10/2021

Velbrück Wissenschaft Magazin Podcast Folge 2

Gentleman, Manager, Homo Digitalis

Gentleman, Manager und Homo Digitalis verkörpern drei Ideale des modernen schöpferischen Menschen. Über sie hat Thomas Vesting ein Buch verfasst. Velbrück-Lektor Thomas Gude hat sich mit ihm für Folge 2 des Velbrück Wissenschaft Magazin Podcasts unterhalten.

Magazin 09/2021

Vom Encasement

Ein konspiratives Treffen in einem Amsterdamer Café, ein Plan weltumspannenden Ausmaßes, die Züchtung eines »neuen Menschen minus«. Das klingt wie der Stoff eines Agententhrillers. Doch was dem Protagonisten in Stephan Vescos literarischer Miniatur von seinem schillernden Gesprächspartner mitgeteilt wird, ist ebenso das Thema der rechtswissenschaftlichen Monographie, die der Autor gerade bei Velbrück Wissenschaft veröffentlicht hat. Aber statt um die große Verschwörung von Militärs, Politikern und Wissenschaftlern geht es dort – wesentlich nüchternen, aber kaum weniger spannend – um Die Erfindung der ökonomischen Rechtswissenschaft.

Magazin 08/2021

Gegen mich andenken

Neu im Velbrück Wissenschaft Magazin: In ihrem Aufsatz reflektiert die Schriftstellerin und Aktivistin Priya Basil ihr Verhältnis zu Hannah Arendt im Lichte der Diskussion um Passagen im Werk der berühmten Politischen Theoretikerin, die dieser den Vorwurf des Rassismus eingetragen haben. Der Text ist ein Beitrag für den in Kürze erscheinenden neuen Band der HANNAH ARENDT TAGE.

Magazin 07/2021

Bildung und Verantwortung in der Mediengesellschaft

»Bildung und Verantwortung sind große Worte, die zur kleinen Münze zu werden drohen.« Das schreibt Jürgen Mittelstraß in seinem Beitrag für das Velbrück Wissenschaft Magazin. Der Text – ein Auszug aus seinem gerade erschienenen Buch Fröhliche Wissenschaft? – stellt neun kritische Thesen zum Verhältnis von »Bildung und Verantwortung in der Mediengesellschaft« vor.

Magazin 06/2021

Velbrück Wissenschaft Magazin Podcast Folge 1

Der Genozid an den Herero

Seit der Anerkennung des Völkermords an den Herero durch die deutsche Bundesregierung im Mai 2021 ist auch von politischer Seite bestätigt, worüber man sich in der Forschung längst einig ist. Hinsichtlich des Wie dieses auch in der umfassenden Gewaltgeschichte des Kolonialismus beispiellosen Verbrechens konnte unter Wissenschaftler:innen bislang noch kein Konsens erzielen werden. Dr. Matthias Häussler hat 2018 eine Studie über den Völkermord im heutigen Namibia vorgelegt. Er ist zu Gast in der Premierenepisode des Velbrück Wissenschaft Magazin Podcasts.

Magazin 06/2021

Medienanthropologie und die Zwischenlagen in der Soziologie

In Erinnerung an Bernhard Giesen

K. Ludwig Pfeiffer erinnert für das Velbrück Wissenschaft Magazin an den im Dezember 2020 verstorbenen Soziologen und Velbrück-Autoren Bernhard Giesen. Er diskutiert den Wert des von Giesen eingeführten Begriffs der Zwischenlagen im Hinblick auf die Medienanthropologie. Von K. Ludwig Pfeiffer ist bei Velbrück Wissenschaft gerade erschienen: Das Symposion. Sozialer Zusammenhalt in Geschichte und Literatur.

Magazin 05/2021

Der Raum wird flüssig.

Strukturierte Analysepraktiken für virtuelle Kontexte

Im 21. Jahrhundert ist die strikte Trennung von digital-virtuellen und physischen Räumen nicht mehr aufrechtzuerhalten. In der menschlichen Wahrnehmung verschwimmen beide Dimensionen zusehends – ein von Werbung und Marketing durchaus gewünschter und mittlerweile gezielt eingesetzter Effekt, wie Gerhard Martin Burs in seiner Studie Kontext. Sinnstiftung in virtuellen Systemen detailliert herausgearbeitet. Für das Velbrück Wissenschaft Magazin macht er vor, wie »Strukturierte Analysepraktiken für virtuelle Kontexte« aussehen können.

Magazin 04/2021

Das Haus brennt

In seinem Beitrag für das Velbrück Wissenschaft Magazin greift Hendrik Kühn einige Äußerungen auf, die Giorgio Agamben anlässlich der Corona-Krise formuliert hat. Kühn, der bei Velbrück Wissenschaft jüngst ein Buch zu Agamben veröffentlicht hat (Theorie der Singularitäten. Eine Lektüre von Giorgio Agambens ›Die kommende Gemeinschaft‹), führt dessen Gedanken in anderer Form weiter mit dem Ziel, Antwort auf die titelgebenden Frage zu geben: Was ist der Mensch und wo geht er hin?

Magazin 11/2020

Corona: Indikator einer schon lange gegenwärtigen Krise

Markus Heidingsfelder und Maren Lehmann haben hochinteressante Beiträger/innen aus unterschiedlichsten Fachrichtungen für den neuen Sammelband: »Corona. Weltgesellschaft im Ausnahmezustand?«, der im Dezember 2020 erscheintgewinnen könnenWas bedeutet Corona eigentlich für die Weltgesellschaft? Ein Ausnahmezustand ist es nicht, eine Apokalypse ist es auch nicht, eher eine Plage oder eine Warnung? Es geht um die Implikationen vernetzter, inklusiver Globalität und die spannende Frage, welche Immunantworten die unterschiedlichen gesellschaftlichen Teilbereiche auf diese ›Plage‹ ausbilden?

Magazin 11/2020

Die Psychologie des Kolonialismus

Mongi Serbaji über Albert Memmis Portrait du colonisé

In seinem Magazinbeitrag diskutiert Mongi Serbaji, Beiträger des neuen Bandes von Sarhan Dhouib »Erinnerungen an Unrecht« (erscheint Dezember 2020), die politischen Herausforderungen einer Psychologie des Kolonialismus. Er bezieht sich dabei auf den tunesischen Philosophen und Essayisten Albert Memmi, der in seinem Werk Portrait du colonisé den Kolonialismus als ein Drama schildert, das sowohl von Kolonisierten wie auch den Kolonisatoren selber so empfunden wird. Serbaji legt in seiner spannenden Analyse den politischen Hintergrund des Portraits des Kolonisierten offen. (Mongi Serbaji, * 1973, promovierte an der Universität für Geistes- und Sozialwissenschaften Tunis über die Prozeduralisierung des Rechts nach Habermas)

Magazin 03/2020

Das comeback der Gesellschaft, aber wie? Das Loskommen von Luhmann und die Form der Gesellschaftstheorie

Ein beitrag von Tobias Arenz

In seinem Artikel für das Velbrück Wissenschaft Magazin erläutert Tobias Arenz, in dichtem Bezug zu seiner Studie »Die Spur der Gesellschaft. Reflexionen zur Gesellschaftstheorie nach Luhmann«, wie die Gesellschaft den formalen Blick Luhmanns übernehmen und von innen heraus überwinden muss. Der entscheidende Schritt auf dem Weg zu einer Gesellschaftstheorie »nach« Luhmann ist die Reflexion ihrer Normativität. Dieser Schritt erfolgt über einen Gesellschaftstheorievergleich, der ein neues, mit Pluralität zu vereinbarendes Verständnis von Normativität hervorbringt.

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