Kulturwissenschaft

Felder einer prozessorientierten wissenschaftlichen Praxis

  • herausgegeben von Heide Appelsmeyer , Elfriede Billmann-Mahecha
  • Erscheinungsdatum: 01.03.2001
  • Paperback
  • 279 Seiten
  • 22.2 x 14 cm
  • ISBN 9783934730342
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Beschreibung


Angesichts der Vielfalt der heutigen kulturwissenschaftlichen Diskurse wird die Verwendung der Begriffe »Kultur« und »Kulturwissenschaft« immer unübersichtlicher.

In den Aufsätzen dieses Bandes - es handelt sich durchweg um Originalbeiträge - wird von Vertretern verschiedener sozial- und geisteswissenschaftlicher Disziplinen vor dem Hintergrund ihres jeweiligen Faches die Frage nach den Anliegen, Prinzipien, Traditionen und Feldern kulturwissenschaftlicher Forschung und Theoriebildung diskutiert.

Heide Appelsmeyer


Heide Appelsmeyer

Heide Appelsmeyer, Dr. phil., geb. 1960, war wissenschaftliche Assistentin am Institut für Psychologie der Universität Erlangen Nürnberg. Jetzt Psychoanalytikerin in Leipzig.

Elfriede Billmann-Mahecha


Elfriede Billmann-Mahecha

Elfriede Billmann-Mahecha, geb. 1951, ist Professorin für Psychologie am Institut für Psychologie und Soziologie in den Erziehungswissenschaften der Universität Hannover.

Pressestimmen


An Versuchen, die Geisteswissenschaften kulturwissenschaftlich zu reformieren, zu modifizieren oder zu perspektivieren, herrscht wahrlich kein Mangel. Der anzuzeigende Band hebt isch gleich aus meheren Gründen wohtuend ab von vielen anderen Publikationen zu diesem Thema. (...) Will man von den vorzüglichen Beiträgen, die durch die Bank von hoher Qualität sind, einige herausgreifen, die besonders informativ und gelungen sind, so steht man vor der Qual der Wahl, bei der letztlich die eigenen (disziplinär bedingten) Interessen den Ausschlag geben.(...) FAZIT: ein facettenreicher, anregender, gelungener und sorgfältig edierter interdisziplinärer Band, der eine notgedrungen selektive, aber gute Bestandsaufnahme zu einem Thema ersten Ranges bietet. Daß die Beiträge aus den verschiedenen Disziplinen trotz der guten kohärenzstiftenden Einleitung letztlich doch relativ unverbunden nebeneinander stehen, ist nicht den Herausgeberinnen, sondern dem »real existierenden« »state of the art« anzulasten. Wer einen eher monographisch-zusammenhängenden Überblick über das weite Feld der Kulturtheorien sucht, wird zwar eher zu anderen Publikationen greifen (z.B. zu dem im gleichen Verlag ein Jahr zuvor erschienen Band Die Transformation der Kulturtheorien von Andreas Reckwitz), aber das schmälert den Nutzen dieses perspektivenreichen und lesenswerten Sammelbandes in keiner Weise.
Prof.Dr. Ansgar Nünning, WLA-online-Archiv, Jg. 2004/1-2.
Acht Aufsätze beschreiben die jeweiligen Besonderheiten der einzelnen Fachwissenschaften im Umgang mit dem Begriff "Kultur" und das Wechselverhältnis und die Positionierung zum Forschungsfeld "Kulturwissenschaften". (...) es gelingt in den acht Aufsätzen, die wesentlichen Kernpunkte der Diskussion über den Begriff "Kulturwissenschaft" aufzunehmen. (...) Ein "spannenderer" Kulturbegriff (Bem.: von Hans G. Kippenberg "Was sucht die Religionswissenschaft unter den Kulturwissenshaften") mit einer komplexeren Integrationsschnittstelle ist kaum vorstellbar.
Thomas Neumann, literaturkritik.de, 12/2003.
Die Aufsatzsammlung Kulturwissenschaft. Felder einer prozeßorientierten wissenschaftlichen Praxis möchte, so die Herausgeberinnen in ihrer Einleitung, mithelfen, die Verwirrung, die im akademischen Betrieb eingetreten ist, seit der längst überwunden geglaubte Begriff ›Kultur‹ in den Diskursen und Metadiskursen seine fröhliche Auferstehung feiert, ein wenig zu lindern. Zu diesem Zweck steuern acht Vertreter geistes- bzw. humanwissenschaftlicher Fakultäten, die auch durch bisherige Publikationen schon Interesse an der Erkenntnis (oder Bewältigung?) kultureller Phänomene gezeigt haben, Aufsätze bei, in denen sie mit den Mitteln ihrer jeweiligen Disziplinen versuchen, der »Unbestimmtheit« (so die Herausgeberinnen) des Kulturbegriffs ein wenig beizukommen. Appelsmeyer und Billmann-Mahecha geben sich von vornherein nicht der Illusion hin, ihr Buch könne die Probleme, die der cultural turn aufgeworfen hat, lösen. Immerhin verbinden sie aber mit der diagnostizierten Konfusion die Hoffnung, es könne aus ihr ein neues Verständnis der wissenschaftlichen Welt hervorgehen, in der die starre Trennung der Disziplinen aufgehoben werde zugunsten einer, wie der Untertitel schon sagt, »prozeßorientierten wissenschaftlichen Praxis«, was vor allem erfordere, dass die von der ›Kultur‹ heimgesuchten Fächer sich in Selbstreflexion übten.
IABLIS Jahrbuch für europäische Prozesse, 2002.