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Dieses Buch ist ein philosophischer Versuch der Revision der Frage nach dem Sinn der Trauer. Indem es diese Frage in verschiedenen, vor allem geschichtlichen, psychoanalytischen und ästhetischen Hinsichten entfaltet, soll es den Geist philosophischen Fragens keineswegs letzteren ausliefern, wohl aber ihn zu einem forschenden Nachfragen bewegen. So offeriert es keine fest gezimmerte Theorie der Trauer, kein sicheres Wissen, wie sie 'funktioniert' und wie sie zum Ende kommt, um Schluss zu machen mit dem Betrauerten. Vielmehr will es den Sinn gegenläufiger Fragen verständlich machen: Kann es einen in normalen Funktionen der Trauer nicht aufgehenden Sinn der Trauer geben? Inspiriert dieser Sinn vielleicht unser geschichtliches Leben, ohne sich terminieren zu lassen? Schärft die Trauer nachträglich unsere Sensibilität für exzessive Verletzung durch den Verlust Anderer, selbst wenn sie uns fremd sind und selbst dann, wenn wir nicht angeben können, ob wir überhaupt eine Einbuße an irgendeiner Habe erlitten haben? Ist dieser Sensibilität eine geschichtliche und politische Dimension zuzusprechen?
Burkhard Liebsch ist Prof. i. R. an der Ruhr-Universität Bochum. Nach seinem Studium der Philosophie, Psychologie, Pädagogik und Sozialwissenschaften an den Universitäten in Heidelberg und Bochum und im Anschluss an seine Promotion (mit einer Arbeit über Piaget und Merleau-Ponty) war er Wissenschaftlicher Assistent am Lehrstuhl für Philosophie von Bernhard Waldenfels. Nach der Habilitation 1994/5 war er Gastprofessur am Humboldt-Studienzentrum für Geisteswissenschaften und Philosophie der Universität Ulm, Fellow am Kulturwissenschaftlichen Institut im Wissenschaftszentrum Nordrhein-Westfalen in Essen, mehrfach Research Fellow am Forschungsinstitut für Philosophie Hannover und Fellow an der Universität Rostock; darüber hinaus war er Gastdozent an den Universitäten Debrecen, Bukarest und Sofia, am Institut für Philosophie und Gesellschaftstheorie der Universität Belgrad, am Open Society Institute Vilnius, in Bozen/Innsbruck und an der Universität Bamberg; zwischenzeitlich mehrjährige Lehre im Rahmen des Lehrstuhls für Politische Theorie und Ideengeschichte am Institut für Politikwissenschaft der Fakultät für Sozialwissenschaften und Philosophie der Universität Leipzig. Bis zum Eintritt in den Ruhestand lehrte er als Professor an der Fakultät für Philosophie und Erziehungswissenschaft an der Ruhr -Universität Bochum in Verbindung mit einem mehrjährigen DFG-Forschungsprojekt zu Grundfragen hermeneutischer Anthropologie.
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(Velbrück Wissenschaft, Dittrich Verlag, Verlag v. Hase & Koehler, Barton Verlag)