Die Zerbrechlichkeit moderner Gesellschaften

Die Stagnation der Macht und die Chancen des Individuums

  • Erscheinungsdatum: 01.01.2000
  • Hardcover
  • 368 Seiten
  • 22.2 x 14 cm
  • ISBN 9783934730182
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Beschreibung


Gegenwärtig erleben wir den Umbau der traditionellen Industrie- in Wissensgesellschaften. Der gewaltige Bedeutungszuwachs, den Wissen, Wissenschaft und Technik dabei erfahren, muß jedoch nicht zur Bedrohung der individuellen Freiheit durch die Übermacht anonymer Kontroll-, Manipulations- und Repressionsapparate führen. Im Gegenteil: Wissensgesellschaften bieten dem einzelnen erweiterte Handlungsmöglichkeiten, während sie die Macht des Staates und der großen Kollektive eher lähmen. Gerade deshalb sind Wissensgesellschaften zerbrechlich.

Nico Stehr


Nico Stehr

Nico Stehr war bis Sommer 2018 Karl Mannheim Professor für Kulturwissenschaften an der Zeppelin Universität, Friedrichshafen. Er ist Fellow der Royal Society (Canada) sowie Fellow der European Academy of Sciences and Arts. Sein umfassendes wissenschaftliches Werk konzentriert sich auf die Transformation moderner Gesellschaften hin zu Wissensgesellschaften und die mit diesem Wandel verbundenen Konsequenzen für verschiedene gesellschaftliche Institutionen von zentraler Bedeutung  (z.B. die Wissenschaft, Politik, Governance, Wirtschaft, Ungleichheit und Globalisierung); des Weiteren beschäftigt sich Nico Stehr mit den gesellschaftlichen Ursachen und Folgen des Klimawandels. Veröffentlichungen bei Velbrück Wissenschaft: Die Zerbrechlichkeit moderner Gesellschaften. Die Stagnation der Macht und die Chancen des Individuums (2000); Expertenwissen. Die Kultur und die Macht von Experten, Beratern und Ratgebern (mit Reiner Grundmann) (2010), Ist Wissen Macht (2015, mit Marian Adolf) und Gesellschaft und Klima. Entwicklungen, Umbrüche. Herausforderungen (mit Amanda Machin) (2019).

Pressestimmen


[...] liefert der Soziologe Nico Stehr ein differenziertes Bild hochmoderner Gesellschaften, die er durch zwei gegenläufige Tendenzen gekennzeichnet sieht: die »zunehmende Unfähigkeit staatlicher sowie anderer großer gesellschaftlicher Institutionen, [...] zu regieren bzw. ihren Willen durchzusetzen«, und zugleich den »Zuwachs an gesellschaftlichem Einfluß und Widerstandsmöglichkeiten kleinerer sozialer Kollektive«. [...] Man muß Stehr sicherlich nicht in allem folgen, aber im Gegensatz zu Zygmunt Bauman bleibt er nicht bei einer Verfallsgeschichte der Öffentlichkeit stehen, sondern beschreibt ihren Wandel von einem Ort souveräner Entscheidungen zu einem Raum offener Interaktionen. Die besondere Leistung von Stehr besteht darin, daß er keine Verlustrechnung aufmacht, sondern mit nüchternem Blick die Widersprüchlichkeit der Verhältnisse analysiert.
Ludger Heidbrink, Die Zeit, 16. November 2000.
[Nico Stehr bietet] Alternativen und Möglichkeiten an, von einer Hypostasierung eines wohl doch nicht so »ausbruchssicheren Gehäuses der Hörigkeit« (Weber) ebenso Abstand zu nehmen wie von dem latenten Hang zu einem »benthamschen« Blick und Negativismus, wie er teilweise in Arbeiten im Anschluß an Foucault, Bourdieu und andere durchaus vorherrscht.
Sozialwissenschaftliche Literaturrundschau, Heft 1/2002.
Wer angefangen hat, nach Fragen zu suchen, die zur Analyse des gesellschaftlichen Wandels gestellt werden müssen, wird in Stehrs Studie fündig werden.
Frank Hillebrandt, Soziologische Revue, Jg. 25 (2002).